KD-one: Wie sicher sind eigentlich Stecknetzteile?

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Hi Alexander,

Die Stromkreise in der Wohnung sind üblicherweise mit 16A abgesichert, seltener auch mit 10A.

Einspruch, ich verweise auf [pref:t=76614&m=441704], Abschnitt Überstromsicherungen. ;-)))

Entweder mit Schmelzsicherungen (Einweg, geschraubt) oder mit Sicherungsautomaten. Die schalten -- erfahrungsgemäß ;-) -- recht schnell ab, wenn der aufgedruckte Strom für mehr als nur Sekundenbruchteile überschritten wird.

Das hat mit Erfahrung nichts zu tun, die Abschaltzeit im Verhältnis zum Abschaltstrom lässt sich exakt berechnen. Die Abschaltzeit ist direkt abhängig von der Höhe der Überschreitung der zulässigen Stromaufnahme und ist typenabhängig unterschiedlich.
Dazu gibt es i.d.R. vom Hersteller eine typische Kennlinie, anhand derer das Verhältnis Abschaltzeit/Überstrom ablesbar ist. Eine Schmelzsicherung schaltet üblicherweise wesentlich später als ein Automat ab, ist dafür aber auch noch bei Hochstromkurzschlüssen selektiv, während Automaten ab einem bestimmten Wert ihre Selektivität verlieren. Deshalb werden auch heute noch als Hauptsicherungen Schmelzsicherungen eingesetzt.

Schnell mal überschlagen bringen 230V bei 16A eine Leistung von 3.680W, ungefähr so viel wie ein voll eingeschalteter E-Herd.

Öhm ja, noch ein Einspruch. Du vergleichst Äpfel mit Birnen. E-Herde sind in der Regel Kraftstromgeräte und haben einen durchschnittlichen Anschlusswert von 7,5 bis 10 kW. Ein E-Herd mit 230V Spannung betrieben, ist in der Regel mit mindesten 3x6mm² angespeist und mit 25A oder höher(35A) abgesichert.

So viel Energie kann man also aus einem einzelnen Stromkreis ziehen, OHNE daß die Sicherung auslöst. Hängt am Stromkreis nur das eine hypothetische defekte Steckernetzteil, könnte es in Ruhe 3,5 kW elektrische Energie in Wärme umsetzen (sprich: schmoren und brennen), ohne daß die Sicherung auslöst.

Die große 16A-Sicherung im Zählerkasten hilft also auch nicht wirklich.

Stimmt.

Deswegen haben Steckernetzteile (und übrigens auch viele andere elektrische Geräte) eine Thermosicherung, oft in den Trafo eingewickelt, die bei Temperaturen um 100°C (je nach Gerät zwischen 65°C und 150°C) den Stromkreis auf Dauer unterbricht, bevor das Gerät so warm wird, daß es sich entzünden kann. Löst diese Thermosicherung aus, ist das Steckernetzteil Elektroschrott. Überbrücken der Thermosicherung ist möglich, aber führt unter Umständen zum Wohnungsbrand (3,5 kW Wärmeenergie wie oben beschrieben). Andere Geräte haben eine auswechselbare oder feste Feinsicherung, die bei überhöhter Stromaufnahme den Stromkreis unterbricht. Manche Geräte kombinieren auch beide Verfahren.

Nicht immer. Ich habe auch schon Fälle gesehen, wo Steckernetzteile gebrannt haben.

TÜV-, GS- und CE-Kennzeichen auf dem Typenschild bestätigen die Sicherheit, für Thermosicherungen gibt es ein eigenes Zeichen.

Das CE-Kennzeichen ist imho eine Alibiangelegenheit der EU. Ich würde niemals ein Gerät einsetzen, das nicht zusätzlich ein länderspezifisches Prüpfzeichen (TÜV, GS, VDE, ÖVE..) besitzt, da das CE-Kennzeichen nur den kleinsten gemeinsamen Nenner aller europäischen Normen darstellt und überdies auch oft gefälscht ist.

Und dann gibt es noch Billigdreck aus Billigstlohnländern, der absolut keine Sicherung hat, dafür aber gefälschte TÜV-, GS- und CE-Kennzeichen, und leicht entflammbare Materialien statt brandhemmenden.

s.o.

In neueren Bedienungsanleitungen aller Art findet sich immer häufiger der Hinweis, daß man alle Stecker und Steckernetzteile so anordnen soll, daß sie leicht zugänglich sind. Dem kann ich mich nur anschließen, denn ein Laie kann nicht erkennen, ob ein Steckernetzteil wirklich sicher ist. Steckernetzteile sollte man vom Netz trennen (herausziehen oder über eine geschaltete Steckdosenleiste abschalten), wenn man das entsprechende Gerät nicht benötigt, das spart nicht nur Energie, sondern schützt auch vor Feuer in der Wohnung. Leicht entzündliches (Papier, Wolle, Textilien) hat in der Nähe von Elektrogeräten aller Art nichts zu suchen.

Ansonst keine weiteren Einsprüche. ;-)

Gruß

Kurt

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"Es gehoert oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu aendern, als ihr treu zu bleiben."  (Christian Friedrich Hebbel; dt. Dichter u. Dramatiker; 1813-1863)
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