Hi Müllhalde,
Nein, nein, nein.
Die Erdung ist dazu da, dass sich im Fehlerfall an dem fehlerbehafteten Gerät kein gefährliches Potential ausbilden kann.Schrieb ich doch: Netzspannung an Metallgehäuse, Sicherung raus. Die zulässigen 50V sind mir allerdings in der Tat neu.
Im Schutzerdungssystem und im TT-System ist es oft genug vorgekommen, dass die Sicherung trotz Erdschlusses nicht ausgelöst hat, deshalb die Begrenzung auf max. 50V(25V bei Stallungen, etc.) Berührungsspannung.
Ganz grundsätzlich: Wie erreicht man die 50V bei getrennter Erdung?
Gar nicht. Voraussetzung dieser Werte ist eine funktionierende Anlagenerdung.
Wird bei Installation einfach der Widerstand zwischen Hauserdung und Betriebserde des EVU gemessen? Und wie stellt man das über Jahre hinweg sicher?
Nein. Im TN-System herschen völlig andere Gesetze als im TT-System.
Im TN-System ist der Trafosternpunkt geerdet, sowie die Netzausläufer in bestimmten Abständen ebenfalls. Durch die Parallelschaltung vieler Erder wird ein entsprechend niedriger (ca. 0,5 - 0,2 Ohm) Betriebserderwiderstand erreicht, wodurch die im TN-System geforderten hohen Auslöseströme zum Fliessen kommen. Zusätzlich wird beim Übergabepunkt in der Kundenanlage der Anlagenerder mit dem PEN-Leiter(Nulleiter) verbunden, wodurch sich pro Kundenanlage je ein weiterer Erder parallel dazugesellt. Dies wirkt sich in einem entsprechend niedrigen Schleifenwiderstand aus. Somit ist es nicht mehr ganz so tragisch, sollte die Anlagenerdung mal ausfallen, da die Anlage immer noch über das Netz geerdet ist. Das soll aber nicht heissen, dass ein solcher Fehler unberücksichtigt bleiben kann, denn, sollte mal ein Fehler im PEN-Leiter auftreten, wäre die Kundenanlage Erdungslos oder zumindest hochohmig geerdet, wodurch hohe Fehlerspannungen auftreten könnten.
Im TT-System sind Betriebserder und Anlagenerder nicht miteinander verbunden und der Nulleiter(der in diesem Fall nichts mit den PEN-Leiter gemeinsam hat), wird nicht im Netz geerdet.
Erst im TN-System im Zusammenhang mit Nullung verursacht ein Erdschluss derart hohe Fehlerströme(einige 100A), dass die Sicherung mit Sicherheit in kürzest möglicher Zeit abschaltet.
Bei Nullung dürfte es doch recht wurscht sein, ob TN oder TT vorhanden ist, oder nicht, der Strom fließt so oder so durch die Sicherung. Falls nicht, warum?
Nullung == TN-System == hohe Fehlerauslöseströme.
Im TT-System habe ich mehrmals an Steckdosen in Kundenanlagen Kurzschlusströme von 20-25A gemessen. D.h., im Fehlerfall hätte die Sicherung mehrere Sekunden gebraucht, um die Anlage abzuschalten.
Im TT-System ist es verboten, Erdung und Nulleiter miteinander zu verbinden, da die immer vorhandene Nulleiterspannung(aufgrund von Sternpunktverschiebungen, Schieflast) hohe Leckströme dauerhaft zur Folge haben kann und hat. Dieses Phänomen lässt sich in Anlagen, die einpolige Absicherung haben, wunderbar beobachten. Schaltet man einen Anlagenteil ab, so führt der Nulleiter, obwohl die Sicherung der Phase abgeschaltet ist, oft Spannungen weit über 100V.
Nicht umsonst ist man europaweit dazu übergegangen, das Netzsystem auf Nullung umzustellen und das TT-System nur mehr übergangsweise dort zuzulassen, wo die Betriebserdungssituation eine Umstellung noch nicht zulässt. Grundsätzlich muss das Netz selbst einen ausreichend niedrigen Erdungswiderstand aufweisen, bevor umgestellt werden darf.
Nicht wirklich. Im Falle der Nullung ist die Sicherung durchaus für den Fehlerschutz relevant.
Daß die Sicherung nicht für den Fehlerschutz sorgt, habe ich ja nicht behauptet. Ich wollte nur nochmals, wie schon vor mir, darauf hinweisen, daß mit dem maximal möglichen Strom, der von einer Haussicherung zugelassen wird, _sehr_ viel Wärme erzeugen kann.
So ausgedrückt, hast du natürlich recht. In der Regel ist es aber so, dass bei einem schleichenden Erdschluss der FI auslöst und bei einem satten Erdschluss im TN-System gleichzeitig die Sicherung rausfliegt. Dies liegt in den hohen Kurzschlusströmen begründet.
Gruß
Kurt
Nein, ich beantworte keine Anfragen per e-mail.
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