luti: Ist riestern sinnvoll?

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Hallo,

ich habe dieses jahr mit meiner Ausbildung angefangen (zum Industriekaufmann) und bekomme daher häufig zu hören, wie wichtig es jetzt ist, für das Alter vorzusorgen.

Ja, das stimmt schon ;)

Jede meiner Anlaufstellen empfiehlt dabei die Rieser-Rente. Wenn ich das richtig verstanden habe, bekommt man am Ende mindestens das heraus, was man all die Jahre eingezahlt hat, hat aber auch die Chance, mehr herauszubekommen.

Sind Deine Anlaufstellen Banken oder Vermittler?

Gibt es dazu Meinungen, Diskussionen etc, die mir bei der Antwortfindung, Riester ja oder nein, helfen können?

Ich habe vor gut einem Jahr eine Riester-Rente abgeschlossen, etwas blauäugig muss ich zugeben. Jedenfalls kam vor ein paar Wochen die erste Abrechnung ... Etwa 600,- hatte ich eingezahlt, gut 100,- vom Staat dazubekommen, so etwa 3,- Gewinn durch Zinsen (das sind effektiv etwa 1%). So weit so gut, die niedrigen Zinsen werden ja durch die staatliche Zulage kompensiert. Aber: Durch Verwaltungskosten bekam ich über 100,- wieder abgezogen. Nach einem Jahr hatte ich also noch nicht mal mehr die Summe meiner Einzahlungen!

Ich versuche jetzt, aus dem Vertrag wieder raus zu kommen und einen Beratungsfehler nachzuweisen. Im Normalfall müsste ich die staatliche Zulage zurückzahlen, die Bankgebühren wären futsch und müsste zusätzlich 90,- für die Kündigung zahlen. Macht einen Verlust von mal eben über 300,- (pro Person, also für meine Frau noch mal 300,-). Über die Gebühren wurde während der "Beratung" natürlich nichts genaues gesagt!

Auch wurde ich nicht über eine Alternative aufgeklärt: den Banksparplan. Der ist i.d.R. Gebührenfrei und richtet sich nach der Umlaufrendite (derzeit bei 4%) bzw. liegt etwas darunter. Nun wird gesagt, dass Fonds und Aktien i.d.R. sehr viel höhere Gewinne abwerfen als 3-4%. Aber da sind halt die enormen Gebühren ... In der letzten Finanztest gibt es übrigens einen Vergleich.

Ich finde das jedenfalls im Ganzen gesehen eine fairere Angelegenheit:

  • keine unübersichtlichen / versteckten Kosten
  • relativ geringe Zinsschwankungen (nicht wie bei Aktienkursen)
  • niedirgere Zinsen, knapp über der Inflation

Bedenken muss man natürlich noch, dass im Alter auf die ausbezahlte Rente wieder Steuern fällig werden! Aber i.d.R. ist der "Verdienst" im Alter ja deutlich geringen und somit fallen weniger Steuern an. Außerdem gibt es das Risiko, dass irgendwann per Gesetz beschlossen werden könnte, die Förderung einzustellen. Dann stünde man mit einem Sparkonto am Ende vielleicht besser da ;)

Ich werde mich jetzt wohl für eine Umstellung auf einen Banksparplan entscheiden. Und hoffe natürlich, dass die Bank mir die Gebühren erstattet!

So long,
luti