Wowbagger: "green card" - die Diskussion geht weiter

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Hi Michael,

Oha? Also mir ist neu, daß es in Deutschland verboten sein soll, Informatik zu studieren. 1979 war es jedenfalls noch erlaubt ... ;-)

Na ja, sicher kann man das schon seit einiger zeit. Aber 'mal ehrlich: Seit wann sind studiengänge der informatik richtig praxisorientiert und somit eine erstrebenswerte, echte qualifizierung für industrie-jobs! Da liegt heute nach wie vor der schwerpunkt auf sehr theoretischen, mathematischen aspekten.
Praktisches know-how aus dem hardware-, netzwerk- oder webdesign-bereich fehlt doch nach wie vor und wenn informatikstudenten fit und 'job-tauglich' sind, dann doch hauptsächlich deshalb, weil sie viel zeit haben, sich sozusagen 'privat' neben ihrem studium näher mit praktischen dingen zu beschäftigen.

Und überhaupt: seit wann kann man durch ein allgemein gefasstes studium wie 'informatik' gezielt bestimmte schwerpunkte der industrie abdecken? (Webdesign, Netzwerkbetreuung, Anwendungsentwicklung).
Nur, wo liegen die alternativen, für den, der über neueinstellungen entscheiden soll? Welche alternativen abschlüsse gibt es denn, außer einem im grunde völlig nichtssagenden 'hochschulabschluß in informatik'? Es gibt keine offiziellen staatlichen abschlüsse zum "Webdesigner" oder "Netzwerkspezialisten" (ich rede nicht von zertifikaten wie CNE od. MCSE), also stellt der personal-entscheider halt den bewerber mit 'hochschulabschluß informatik' ein, anstatt den u.U. geeigneteren bewerber ohne offiziellen abschluß. Dem ersteren wird einfach unterstellt, daß er wenigstens etwas ahnung im EDV bereich hat, aber wovon _genau_, sagt sein abschluß dann aber auch nicht aus. Den letzteren - ohne abschluß - kann man nun garnicht einschätzen und ein vergleich mit den anderen bewerbern fällt schwer. Also läßt man die finger von ihm und macht es sich einfach wie so oft: 'Eckdaten' aus offiziellen abschluss-zeugnissen miteinander vergleichen, geht ja auch schön schnell und man kann's in ein schönes, sauberes schema bringen! Wunderbar!
Aber weil in aller regel halt so schematisch und pauschal bewerber beurteilt werden, müßte im bildungsbereich dringend nachgebessert werden, d.h. durch neue zielgerichtetere studiengänge und vor allem durch IT-lehrberufe mit offiziell anerkanntem IHK abschluß. Denn Webdesign ist handwerk und nicht intellektuell abgehobene grundlagenforschung. Wozu also unbedingt einen hochschulabschluß?

so long...
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Wowbagger, der auch 'mal beinahe informatik studiert hätte und der jetzt rückblickend froh ist, es nicht getan zu haben...