Hallo Karin,
"die Entwicklung des für die Informationsgesellschaft benötigten Humankapitals ..."
Stört es wirklich nur <b>mich</b> in diesem Forum, als "Kapital" bezeichnet zu werden.
Die Bezeichnung "Humankapital" ist in der Tat zynisch. Aber im Context des ganzen Artikels fällt es kaum noch ins Gewicht, denn es geht hier ganz einfach um Fachwissen, das eingekauft werden soll, weil das eigene Land es nicht fertig bringt, dieses Fachwissen zu "produzieren". Dass es sich hier um Menschen handelt, die dieses Fachwissen zur Verfügung stellen, um der Wirtschaft Kapital zu bringen, steht dabei auf einem ganz anderen Blatt. Und diese Grundeinstellung in dieser Gesellschaft wird für mich immer deutlicher. Auch ich habe in den letzten Jahren die Erfahrung machen müssen, dass der dickste Batzen Geld, den ein Unternehmen an Kosten aufzuwenden hat, die Personalkosten sind und dementsprechend eingespart oder "outgesourced" werden muß. Entsprechend verschlechterte sich in dem Unternehmen das Betriebsklima, und zwar in allen Bereichen. Es geht nicht mehr um den Menschen als Ganzes, sondern um sein Potential als Wissensträger, das er hat oder eben nicht. Warum darin investieren? Wenn's nicht mehr reicht, wird der Mensch eben ausgetauscht. Oder man holt sich das Wissen eben von woanders. Oder der Mensch tut selber was dafür, na prima, den kann man dann abziehen und woanders einsetzen, wo's brennt, möglichst für die gleichen Konditionen wie vorher.
Ähnlich verhält es sich mit Arbeitsschutzbestimmungen. Wenn die Unternehmen (viele, nicht alle) doch endlich begreifen wollten, dass ein Arbeitsausfall wegen schlechter Arbeitsschutzbedingungen ungleich viel mehr Geld kostet als in vernünftige Arbeitsbedingungen zu investieren, damit die Mitarbeiter geschützt werden. Aber nein, das nötigste wird getan, um die Behörden ruhig zu stellen, mehr nicht. Dann ist der Mensch eben krank, man kann ihn ja ersetzen.
Sorry, jetzt bin ich selber zynisch geworden.
Ich bin immer noch ein Mensch, und daß ich auch als Mensch in meiner Firma behandelt werde, ist ein wesentlicher Faktor meiner persönlichen Bindung ans Unternehmen.
Ganz genau, ich wechsle nicht zuletzt aus diesem Grund demnächst meinen Arbeitsplatz ;-)
Viele Grüße,
Kirsten