"green card" - die Diskussion geht weiter
Kirsten Evers
- meinung
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0 Karin
Hallo Forumler/innen,
wer einen Blick in den Newsticker wirft, der hat vieleicht Lust, den unten von Ole angefangenen Thread <56957.html> weiterzudiskutieren.
Viele Grüße,
Kirsten
Hi Kirsten, hi leute,
habe die diskussion hier neulich leider garnicht verfolgt...gute gelegenheit, jetzt auch 'mal eine meinung dazu loszuwerden...
Ich sehe das kernproblem in unserem bildungsystem. Es hinkte bestimmten neuen entwicklungen schon immer hinterher, und dieser umstand wird überdeutlich in hinblick auf die sich in galoppierendem tempo weiterentwickelnde IT-branche.
Es kommt immer neues wissen hinzu, aber alte (=überaltert) lerninhalte fallen einfach nicht weg. Man hält lieber schon geradezu krampfhaft an ihnen fest und ignoriert aktuelle entwicklungen einfach größtenteils oder nimmt sich ihrer nur halbherzig und mit immenser zeitlicher verzögerung an.
Solange wir dieses phänomen nicht in den griff bekommen, werden wir immer wieder zu kurzsichtigen 'allheilmittel-lösungen' wie der "greencard" zurückgreifen müssen, die vielleicht kurzfristig den status quo etwas korrigiert aber die ursachen für den aktuellen zustand nicht ändern kann.
Ich persönlich lehne außerdem die greencard ab, weil sie auch zu der annahme verleiten kann, man könne in zukunft immer so verfahren und den nachwuchs hierzulande einfach seinem 'bildungsschicksal' überlassen (ganz nach dem motto: Wozu sollten wir für teures geld unser bildungssystem reformieren, um unsere leute auf den aktuellen stand der technik zu bringen, wenn wir in zukunft fachkräfte billiger und einfacher aus dem ausland rekrutieren können?!"
so long...
/*,*/
Wowbagger
Hi leute,
der Eintrag im News-Ticker veranlaßt mich tatsächlich dazu, mich nochmal zu melden. Das Zitat von Prof. Dr. Franz Lehner halte ich für eine zynische Aussage:
"die Entwicklung des für die Informationsgesellschaft benötigten Humankapitals ..."
die dem Anspruch, Menschen via Geen card für max 5 Jahre nach Deutschland zu holen und dann möglichst (für uns) problemlos wieder nach Hause zu schicken (fas hätte ich geschrieben zu entsorgen), in nichts an Unmenschlichkeit nachsteht.
Im übrigen sagt der liebe Herr Professor auch nichts soviel neues als Andreas Bierhals <57183.html>. Leute die engagiert sind und sich auch für die neuen Technologien interessieren, werden auch umgeschult und eingearbeitet ...
Ich glaube, daß Menschen aus einem anderen Land/Kulturkreis, die eine andere Sicht auf die Welt mitbringen, gerade in der Informations-Branche über den aktuellen Arbeitskräfte-Bedarf hinaus eine Bereicherung darstellen.
Beste Grüße, Karin
Hi Karin,
Leute die engagiert sind und sich auch für die neuen Technologien interessieren, werden auch umgeschult und eingearbeitet ...
Vorausgesetzt der betrieb hat eine gewisse größe und damit einen gewissen finanziellen rahmen dafür. Schulungen u. trainings sind nämlich _ziemlich_ kostspielig.
In kleinen bis mittelständischen unternehmen wird man leider ins kalte wasser geworfen: Learning by doing lautet die devise. Da muß man autodidaktisch 'ran und zwar nach offizieller arbeitszeit und überstunden die so täglich anfallen. Du hast dann alle paar wochen das gefühl, wieder 'mal ein neues aufgabengebiet zusätzlich zu übernehmen (und privat einem hobby nach dem anderen einen abschiedskuß zu geben!). Das ist die wunderbare realität der webworker im mittelstand. Vom geld wollen wir ja garnicht erst sprechen...
so long...
/*,*/
Wowbagger, heute vielleicht etwas übel 'drauf :
hi,
du sprichst mir aus der seele *schnüff*
ich hab keine hobbies mehr ausser meinen job und gut bezahlt ist der auch nicht *seuftz*. vieleicht sollte ich mich nach was anderem umschauen ;-).
alles liebe
ole, der nach 72 stunden arbeit ein wenig geschafft ist *gähn*
(8-)>
alles liebe
ole, der nach 72 stunden arbeit ein wenig geschafft ist *gähn*
(8-)>
*snief* danke danke, das tut richtig gut... *schneuz*
dir auch noch alles liebe ;-)
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Wowbagger, der heute auch zwei streichhölzer zum arbeiten braucht...
ole, der nach 72 stunden arbeit ein wenig geschafft ist *gähn*
(8-)>*snief* danke danke, das tut richtig gut... *schneuz*
dir auch noch alles liebe ;-)/*,*/
Wowbagger, der heute auch zwei streichhölzer zum arbeiten braucht...
uschi holt sich ein taschentuch, beweint ole und wowbagger und sich selbst gar heftig <grein>.
trost und zuspruch von uschi
uschi holt sich ein taschentuch, beweint ole und wowbagger und sich selbst gar heftig <grein>.
trost und zuspruch von uschi
*snüft* wir sollten ernsthaft über eine anonyme-sebsthilfegruppe nachdenken, sowas wie "geschändete gestresste webworker e.V."...natürlich bräuchte man da auch eine geeignete homepage, aber die zu basteln führt auch wieder zu stress...ohjeohje, ein teufelskreis *snif*
/*,*/
Wowbagger, der es deprimierend findet, daß jetzt schon wochenende ist irgendwo ein paar stunden weiter östlich auf der welt... *grein*
hi,
ich hab gerade festgestellt, das ich erst wieder am 1. April evtl. so etwas wie ein Wochenede habe *seuftz*.
ich sollte vieleicht überlegen mir ein bett ins büro zu stellen *grübel*
alles liebe
ole der erstmal wieder bis zum 18.3. 22 uhr arbeiten muss um seinen Mastertermin zu halten *ärger* und dann wahrscheinlich von seiner Freundin verprügelt wird mit der Frage wo er denn die letzten 8 Tage gesteckt hat, worauf er antworten muss im büro und auf dem sofa im besprechungsraum (alleine und schlafender weise!!!), das dürfte dann wieder zu einer fasttrennung führen, blablabla (alle 2 wochen das gleiche *smile*)
(8-)>
Vorausgesetzt der betrieb hat eine gewisse größe und damit einen gewissen finanziellen rahmen dafür. Schulungen u. trainings sind nämlich _ziemlich_ kostspielig.
Nicht produzieren können und deshalb Marktanteile zu verlieren ist noch viel teurer. Wenn das eine Firma nicht erkannt hat, ist sie selbst schuld.
Lieber Michael,
Nicht produzieren können und deshalb Marktanteile zu verlieren ist noch viel teurer. Wenn das eine Firma nicht erkannt hat, ist sie selbst schuld.
Der erste Satz ist richtig. Aber imho: der zweite ist catch 22. Wenn du kein Geld für die notwendigen Investitionen hast, die Bank auch nicht mag, also diese Investitionen zu teuer sind, spielt es keine Rolle mehr, was vielleicht noch teuerer ist. Es geht eben das erste nicht und damit das zweite auch nicht.
Liebe Grüße, Uschi
Hi Wowbagger,
Leute die engagiert sind und sich auch für die neuen Technologien interessieren, werden auch umgeschult und eingearbeitet ...
Vorausgesetzt der betrieb hat eine gewisse größe
muß ich zugeben, unserer ist "gehobener Mittelstand"
Schulungen u. trainings
habe ich auch nicht viel von innen gesehen.
In kleinen bis mittelständischen unternehmen wird man leider ins kalte wasser geworfen: Learning by doing lautet die devise.
Da muß man autodidaktisch 'ran
Bei uns auch. Hier im übrigen als Technische Redakteurin.
und zwar nach offizieller arbeitszeit und überstunden die so täglich anfallen.
Bei uns nicht. Da wird schon gesehen, daß demotivierte Mitarbeiter nicht kreativ sein können. Das werde ich auch nie verstehen, wie jemand glauben kann daß nach ca. 6 Stunden (mit kleineren Pausen dazwischen) noch irgendetwas aus den Köpfen herauskommen kann.
mfg, Karin
Hallo.
die dem Anspruch, Menschen via Geen card für max 5 Jahre nach Deutschland zu holen und dann möglichst (für uns) problemlos wieder nach Hause zu schicken (fas hätte ich geschrieben zu entsorgen), in nichts an Unmenschlichkeit nachsteht.
Ich weiß nicht, ob man das so dramatisch sehen sollte. Ich glaube nicht, daß z.B. ein Inder es als "Entsorgung" empfindet, wenn er, nachdem er 5 Jahre in einem fremden Land gutes Geld verdient hat, nach Hause zu seiner Familie zurückkehrt - zumal wenn ihm das von vornherein klar gesagt wurde.
Irgendwo (war es in diesem Forum?) habe ich kürzlich gelesen, daß 90% der US-Bürger glauben, fast alle Menschen der Erde würden am liebsten in den USA leben. Vor solcher Selbstgefälligkeit sollten wir uns hüten. Aus Deutschland weggehen zu müssen, mag für uns als Deutsche als "unmenschliche" Zumutung erscheinen, für die meisten Menschen auf der Welt ist es das bestimmt nicht.
Gruß
Steffen
Hi,
m.E. läuft das Leben aus zwei Gründen anders, denn 5 Jahre sind lang und gleichzeitig kurz. Es könnteGreencard-Inhabern durchaus passieren, dass sie innerhalb dieses Zeitraumes persönliche Bindungen eingehen, die dann wieder zu lösen doch schmerzhaft ist. Die Entscheidung zurückzugehen, ist ihm ja nicht selbst überlassen. Die andere Seite ist: Wir setzen irgendjemanden an ein Projekt, er oder sie bringt es ans Laufen, alle sind zufrieden und möchten weiter zusammenarbeiten, aber die wesentliche Kraft muß gehen. Entscheidend ist nämlich nicht das Projekt, die Greencardinhaber oder der Arbeitgeber, sondern eine 5-Jahresklausel, die auf praktische Bedürfnisse keine Rücksicht nimmt, auf menschliche schon mal gar nicht, am Ende fehlt wahrscheinlich die Doku für das Projekt, irgendjemand Neues muß sich einarbeiten, wenn dieser Mensch das endlich kann muß er gehen: ein circulus vitiosus. Daher mein Votum: Beamte mögen sich an der Rentenversicherung beteiligen und schon können wir so etwas vermeiden. Weg mit der Kameralistik, und schon wieder Kohle gespart ohne Ende. Dies ist mit Sicherheit die falsche, weil unflexible Vorgehensweise, weil sie im Vorfeld etwas regelt, was noch gar nicht regelbar ist, außer im Hinblick auf die Rentenkassen. Bescheuert.
Liebe Grüße, Uschi
Hi leute,
jetzt muß ich doch einmal nachhaken:
der Eintrag im News-Ticker veranlaßt mich tatsächlich dazu, mich nochmal zu melden. Das Zitat von Prof. Dr. Franz Lehner halte ich für eine zynische Aussage:
"die Entwicklung des für die Informationsgesellschaft benötigten Humankapitals ..."
Stört es wirklich nur <b>mich</b> in diesem Forum, als "Kapital" bezeichnet zu werden. Ich bin immer noch ein Mensch, und daß ich auch als Mensch in meiner Firma behandelt werde, ist ein wesentlicher Faktor meiner persönlichen Bindung ans Unternehmen. Ich war schon mal in eienr anderen Firma, wo die Mitarbeiter zwar hin und wieder gelobt wurden (so einmal im Jahr pauschal) aber die wesentlichen Kommentare liefen darauf hinaus, daß wir doch alle ganz schreckliche Kosten verursachen. Das war für mich ein wesentlicher Grund, trotz teilweise interessanter Arbeit (damals durfte ich noch Hardware beschreiben) die Firma zu wechseln.
Karin
Hallo Karin,
"die Entwicklung des für die Informationsgesellschaft benötigten Humankapitals ..."
Stört es wirklich nur <b>mich</b> in diesem Forum, als "Kapital" bezeichnet zu werden.
Die Bezeichnung "Humankapital" ist in der Tat zynisch. Aber im Context des ganzen Artikels fällt es kaum noch ins Gewicht, denn es geht hier ganz einfach um Fachwissen, das eingekauft werden soll, weil das eigene Land es nicht fertig bringt, dieses Fachwissen zu "produzieren". Dass es sich hier um Menschen handelt, die dieses Fachwissen zur Verfügung stellen, um der Wirtschaft Kapital zu bringen, steht dabei auf einem ganz anderen Blatt. Und diese Grundeinstellung in dieser Gesellschaft wird für mich immer deutlicher. Auch ich habe in den letzten Jahren die Erfahrung machen müssen, dass der dickste Batzen Geld, den ein Unternehmen an Kosten aufzuwenden hat, die Personalkosten sind und dementsprechend eingespart oder "outgesourced" werden muß. Entsprechend verschlechterte sich in dem Unternehmen das Betriebsklima, und zwar in allen Bereichen. Es geht nicht mehr um den Menschen als Ganzes, sondern um sein Potential als Wissensträger, das er hat oder eben nicht. Warum darin investieren? Wenn's nicht mehr reicht, wird der Mensch eben ausgetauscht. Oder man holt sich das Wissen eben von woanders. Oder der Mensch tut selber was dafür, na prima, den kann man dann abziehen und woanders einsetzen, wo's brennt, möglichst für die gleichen Konditionen wie vorher.
Ähnlich verhält es sich mit Arbeitsschutzbestimmungen. Wenn die Unternehmen (viele, nicht alle) doch endlich begreifen wollten, dass ein Arbeitsausfall wegen schlechter Arbeitsschutzbedingungen ungleich viel mehr Geld kostet als in vernünftige Arbeitsbedingungen zu investieren, damit die Mitarbeiter geschützt werden. Aber nein, das nötigste wird getan, um die Behörden ruhig zu stellen, mehr nicht. Dann ist der Mensch eben krank, man kann ihn ja ersetzen.
Sorry, jetzt bin ich selber zynisch geworden.
Ich bin immer noch ein Mensch, und daß ich auch als Mensch in meiner Firma behandelt werde, ist ein wesentlicher Faktor meiner persönlichen Bindung ans Unternehmen.
Ganz genau, ich wechsle nicht zuletzt aus diesem Grund demnächst meinen Arbeitsplatz ;-)
Viele Grüße,
Kirsten
Hallöle,
ich hab die letzte Diskussion auch nicht mitverfolgt. Ich habe mal ein paar Beiträge dazu überflogen und dabei ist mir aufgefallen, daß ein mancher die Schuld der aktuellen Regierung in die Schuhe schieben will. Das ist ja wohl ein bißchen billig, denn die Fehler, die zu dieser Situation geführt haben, wurden von einer anderen Regierung begangen. Das jetzt darauf reagiert werden muß ist ja wohl nur verständlich. Aber dieses Mißdenken tritt oft auf. Seid froh, daß mal jemand was tut.
Ich sehe das kernproblem in unserem bildungsystem. Es hinkte
bestimmten neuen entwicklungen schon immer hinterher, und dieser
umstand wird überdeutlich in hinblick auf die sich in
galoppierendem tempo weiterentwickelnde IT-branche.
Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Aber ich denke, daß wir aus dieser Misere nur rauskommen, wenn hier ganz schnell Fachleute herkommen und nicht warten bis der Deutsche mit seiner Trägheit mal reagiert und entsprechende Leute aus- oder weiterbildet.
Eine dauerhafte Lösung kann wohl nur aus einer Mischung aus GreenCard und eigenen Fachkräften bestehen.
Ich habe übrigens nichts gegen eine GreenCard einzuwenden. Zum einen betrifft diese Regelung nur Leute ausserhalb Europas und sehe jetzt mal keinen großen Unterschied, ob ein Grieche oder ein Inder das Netzwerk am Laufen hält. Zum anderen sollte man ja meinen , daß Konkurrenz das Geschäft belebt. Nicht aber so bei den Deutschen. Die lehnen sich erstmal beleidigt zurück und beschweren sich, daß ihnen irgendwas weggenommen wird, was bis dato keiner tun wollte. Normal sollte das andersrum sein.
Bis denn
Andy
Hi Andy,
schieben will. Das ist ja wohl ein bißchen billig, denn die Fehler, die zu dieser Situation geführt haben, wurden von einer anderen Regierung begangen.
Ich denke auch, daß _einige_ regierungen - gleich welcher politischen ausrichtung - an den problemen schuld sind, da sie einer ganz miesen entwicklung nicht frühzeitig versucht haben, einhalt zu gebieten. Das problem hat sich stetig entwickelt (ich möchte fast sagen über die letzen 20-25 jahre) und besteht nicht erst seit 'gestern'.
Zum anderen sollte man ja meinen , daß Konkurrenz das Geschäft belebt. Nicht aber so bei den Deutschen. Die lehnen sich erstmal beleidigt zurück und beschweren sich, daß ihnen irgendwas weggenommen wird, was bis dato keiner tun wollte. Normal sollte das andersrum sein.
Was keiner tun wollte? Wohl eher: Was bis dato keiner so richtig tun _konnte_, weil interessierte bis heute kaum möglichkeiten hatten, sich durch schule und ausbildung - ja selbst studium - dorthingehend beruflich orientieren zu können.
so long...
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Wowbagger
Zum anderen sollte man ja meinen , daß Konkurrenz das Geschäft belebt. Nicht aber so bei den Deutschen. Die lehnen sich erstmal beleidigt zurück und beschweren sich, daß ihnen irgendwas weggenommen wird, was bis dato keiner tun wollte. Normal sollte das andersrum sein.
Was keiner tun wollte? Wohl eher: Was bis dato keiner so richtig tun _konnte_, weil interessierte bis heute kaum möglichkeiten hatten, sich durch schule und ausbildung - ja selbst studium - dorthingehend beruflich orientieren zu können.
Oha? Also mir ist neu, daß es in Deutschland verboten sein soll, Informatik zu studieren. 1979 war es jedenfalls noch erlaubt ... ;-)
Hi Michael,
Oha? Also mir ist neu, daß es in Deutschland verboten sein soll, Informatik zu studieren. 1979 war es jedenfalls noch erlaubt ... ;-)
Na ja, sicher kann man das schon seit einiger zeit. Aber 'mal ehrlich: Seit wann sind studiengänge der informatik richtig praxisorientiert und somit eine erstrebenswerte, echte qualifizierung für industrie-jobs! Da liegt heute nach wie vor der schwerpunkt auf sehr theoretischen, mathematischen aspekten.
Praktisches know-how aus dem hardware-, netzwerk- oder webdesign-bereich fehlt doch nach wie vor und wenn informatikstudenten fit und 'job-tauglich' sind, dann doch hauptsächlich deshalb, weil sie viel zeit haben, sich sozusagen 'privat' neben ihrem studium näher mit praktischen dingen zu beschäftigen.
Und überhaupt: seit wann kann man durch ein allgemein gefasstes studium wie 'informatik' gezielt bestimmte schwerpunkte der industrie abdecken? (Webdesign, Netzwerkbetreuung, Anwendungsentwicklung).
Nur, wo liegen die alternativen, für den, der über neueinstellungen entscheiden soll? Welche alternativen abschlüsse gibt es denn, außer einem im grunde völlig nichtssagenden 'hochschulabschluß in informatik'? Es gibt keine offiziellen staatlichen abschlüsse zum "Webdesigner" oder "Netzwerkspezialisten" (ich rede nicht von zertifikaten wie CNE od. MCSE), also stellt der personal-entscheider halt den bewerber mit 'hochschulabschluß informatik' ein, anstatt den u.U. geeigneteren bewerber ohne offiziellen abschluß. Dem ersteren wird einfach unterstellt, daß er wenigstens etwas ahnung im EDV bereich hat, aber wovon _genau_, sagt sein abschluß dann aber auch nicht aus. Den letzteren - ohne abschluß - kann man nun garnicht einschätzen und ein vergleich mit den anderen bewerbern fällt schwer. Also läßt man die finger von ihm und macht es sich einfach wie so oft: 'Eckdaten' aus offiziellen abschluss-zeugnissen miteinander vergleichen, geht ja auch schön schnell und man kann's in ein schönes, sauberes schema bringen! Wunderbar!
Aber weil in aller regel halt so schematisch und pauschal bewerber beurteilt werden, müßte im bildungsbereich dringend nachgebessert werden, d.h. durch neue zielgerichtetere studiengänge und vor allem durch IT-lehrberufe mit offiziell anerkanntem IHK abschluß. Denn Webdesign ist handwerk und nicht intellektuell abgehobene grundlagenforschung. Wozu also unbedingt einen hochschulabschluß?
so long...
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Wowbagger, der auch 'mal beinahe informatik studiert hätte und der jetzt rückblickend froh ist, es nicht getan zu haben...
Na ja, sicher kann man das schon seit einiger zeit. Aber 'mal ehrlich: Seit wann sind studiengänge der informatik richtig praxisorientiert und somit eine erstrebenswerte, echte qualifizierung für industrie-jobs! Da liegt heute nach wie vor der schwerpunkt auf sehr theoretischen, mathematischen aspekten.
Das Wichtigste, was ich auf der Uni gelernt habe, ist Lernen.
Alle Anwendungsgebiete sind lediglich nur konkrete Ausprägungen der dort vermittelten abstrakten Konzepte. Wenn man die drauf hat, findet man sich schnell in alles hinein.
Praktisches know-how aus dem hardware-, netzwerk- oder webdesign-bereich fehlt doch nach wie vor
Dafür gibt es auch eigene Studiengänge, beispielsweise Elektrotechnik mit Spezialisierung Datentechnik oder Ähnliches. Es muß nicht exakt Informatik sein.
Wenn von vornherein ein Job in der Wirtschaft angestrebt wird, halte ich auch Wirtschaftsinformatik oder sogar Wirtschaftsingenieur mit Schwerpunkt Informatik für interessante Optionen.
und wenn informatikstudenten fit und 'job-tauglich' sind, dann doch hauptsächlich deshalb, weil sie viel zeit haben, sich sozusagen 'privat' neben ihrem studium näher mit praktischen dingen zu beschäftigen.
Das mag sein. Ich hatte nie auch nur annähernd so viel private Freizeit wie während des Studiums, habe aber in der Tat die Gelegenheit genutzt, nach dem Diplom auf einer Assi-Stelle erst mal "arbeiten" zu lernen, bevor ich in die freue Wirtschaft gegangen bin. Das war ein sehr softer Übergang.
Und überhaupt: seit wann kann man durch ein allgemein gefasstes studium wie 'informatik' gezielt bestimmte schwerpunkte der industrie abdecken? (Webdesign, Netzwerkbetreuung, Anwendungsentwicklung).
Anwendungsentwicklung lernt man in Hauptstudiumspraktika, notfalls bei der Studien- oder Diplomarbeit. (Ich habe bei meinem jetzigen Arbeitgeber eine Diplomarbeit eines unserer Werkstudenten betreut und benotet; meine Diplomarbeit war eine Auftragsarbeit für einen anderen Fachbereich, der einen Rechner emuliert haben wollte, um eine vernünftige Entwicklungsumgebung zu erhalten.)
Für Webdesign wüßte ich in der Tat keinen passenden Studiengang, das ist einfach zu interdisziplinär. (Deshalb würde ich WebDesign immer doch ein Team besetzen und die Stellenbeschreibungen entsprechend differenzieren.)
Netzwerke sind sicherlich als Vertiefungsfach im Informatikstudium machbar (ich habe von Hardware damals nur das Nötigste mitgenommen, weil mich Hersteller-Protokolle im Vergleich zu Algorithmen und Datenstrukturen anöden ;-).
Nur, wo liegen die alternativen, für den, der über neueinstellungen entscheiden soll? Welche alternativen abschlüsse gibt es denn, außer einem im grunde völlig nichtssagenden 'hochschulabschluß in informatik'?
Das kommt auf die Stellenbeschreibung an.
Für die Stelle eines Systemanalytikers hilft dem Personalchef das Diplomzeugnis eines Imformatikers, inklusive dessen Studienschwerpunkten, Prüfungsfächern und Diplomarbeit-Thema, schon weiter. Wenn Du Praktika, Studien- und Diplomarbeit zusammenzählst, kommst Du schon auf das Äquivalent von 1-2 Jahren Berufserfahrung.
... also stellt der personal-entscheider halt den bewerber mit 'hochschulabschluß informatik' ein, anstatt den u.U. geeigneteren bewerber ohne offiziellen abschluß. Dem ersteren wird einfach unterstellt, daß er wenigstens etwas ahnung im EDV bereich hat, aber wovon _genau_, sagt sein abschluß dann aber auch nicht aus.
Doch, das tut er. Vor allem sagt der Abschluß aus, daß der Diplomand in der Lage ist, selbstätig und abstrakt zu denken und sich nicht jeden Handgriff erklären lassen zu müssen.
(Über die konkrete Eignung als Graphik-Designer sagt das nichts aus, aber von zwei Unbeleckten wird der Studierte sich das Wissen wahrscheinlich schneller, vor allem aber selbständiger und mit geringeren Weiterbildungskosten für seinen Arbeitgeber aneignen können.)
Den letzteren - ohne abschluß - kann man nun garnicht einschätzen und ein vergleich mit den anderen bewerbern fällt schwer. Also läßt man die finger von ihm und macht es sich einfach wie so oft: 'Eckdaten' aus offiziellen abschluss-zeugnissen miteinander vergleichen, geht ja auch schön schnell und man kann's in ein schönes, sauberes schema bringen! Wunderbar!
Nicht wunderbar - aber kostenbewußt. Das ist nun mal so im Kapitalismus.
Aber weil in aller regel halt so schematisch und pauschal bewerber beurteilt werden, müßte im bildungsbereich dringend nachgebessert werden, d.h. durch neue zielgerichtetere studiengänge und vor allem durch IT-lehrberufe mit offiziell anerkanntem IHK abschluß. Denn Webdesign ist handwerk und nicht intellektuell abgehobene grundlagenforschung. Wozu also unbedingt einen hochschulabschluß?
Da gebe ich Dir absolut recht. Gäbe es bessere Beurteilungskriterien, dann wäre der Hochschulabschluß nicht so absolut entscheidend, wie er es heute nun mal ist.
Aber der Personalchef der Firma X wird nicht derjenige sein, der die Einführung solcher Kriterien durchsetzt - das ist nicht sein Job.
hi wowbagger,
wie ich im andren thread schon schrieb ist es in deutschland leider immernoch so das was_bist_du vor was_kannst_du bei den einstellungen kommt.
alles liebe
ole
(8-)>
Was keiner tun wollte? Wohl eher: Was bis dato keiner so richtig tun _konnte_, weil interessierte bis heute kaum möglichkeiten hatten, sich durch schule und ausbildung - ja selbst studium - dorthingehend beruflich orientieren zu können.
Oha? Also mir ist neu, daß es in Deutschland verboten sein soll, Informatik zu studieren. 1979 war es jedenfalls noch erlaubt ... ;-)
Vor allem: Wo kommen denn dann die ganzen Experten hier im Formu her. Sind die auch schon auf Green Card eingewandert ;-)
Karin
Haalo Karin,
Vor allem: Wo kommen denn dann die ganzen Experten hier im Formu her. Sind die auch schon auf Green Card eingewandert ;-)
wir in mein heimat mögen viel greencard, kommen nach deutschland machen website und kriegen 15 mark in stunde, viel geld richtig gut!
Chef finden immer komisch wenn turban tragen in büro aber sagen ich sein gute man und bald kriegen vielleicht 16,50 DM die stunde, das mich freuen sehr viel...
so long...
/*,*/
Wowbash Gher