Hallo Thomas,
und so wie ich es sehe, sind wir doch einer meinung, dass man solches verhalten nicht fördern und gutheissen soll.
Alles andere wäre auch ein Mißverständmis.
***** Jetzt wird vielleicht doch noch ein Flame draus! *****
Hörst du etwa ständig von (beamteten) Feuerwehrleuten gehört, die mit so einer Einstellung zum Einsatzort fahren? Oder von Polizisten oder Richtern oder Staatsanwälten, die so an ihre Arbeit gehen? Oder von ehrenamtlichen Vereinsvorstände? Oder von Angehörigen, die Alte oder Behinderte pflegen?
ständig? nein.
aber hast du noch nie von korrupten, bestechlichen polizisten, richter, saatsanwälte gehört. Noch nie über veruntreuung gelesen?
Klar, die "schwarzen Schafe" gibt's überall und in jeder Gesellschaftsordnung.
es ist doch das selbe: die scharzen schafe erlangen mehr aufmerksamkeit als "brave" menschen.
Ist wohl auch Stimmungsmache, zu welchem Zweck auch immer.
Meine These ist nur: Unsere Wirtschaftsordnung begünstigt kriminelle Elemente, solange sie nicht erwischt werden, so dass mehr als eine "zufällige" Auswahl davon den Weg nach oben schafft: Wer zu ehrlich ist, ist schneller pleite und wird aussortiert. Das ist eine Art Anreicherungsprozeß. Und die "kriminelle" Denkweise wird leider immer mehr verinnerlicht. Oder kennst du z.B. wirklich jemanden, der 2000 seine Aktiengewinne voll versteuert hat und sich nicht für doof hält?
Ein Beispiel das dir vielleicht näher liegt: Ohne "Beamtenmentalität", d.h. ohne für jedes bisschen Arbeit extra Geld zu verlangen, gäbe es kein Linux, denn da haben auch alle Mitarbeiter ihr Geld so oder so, auch wenn's nur BAFöG ist. Erst wenn die kommerziellen Spielchen anfangen, wird's problematisch (siehe YaST).
es ist ein sehr schlechtes beispiel. denn es hat mit beamtenmentalität gar nichts zu tun. schließlich wurde und wird linux (zum größtenteil) in der freizeit entwickelt und nicht während der arbeitszeit.
{Hoffentlich hast du gemerkt: Mit "Beamtenmentalität" meine ich nicht das Zerrbild vom faulen Sesselfurzer, wie es BILD-Zeitung oder SPIEGEL gelegentlich zeichnen.}
Das sehe ich anders. Bei Beamten kann man nicht im üblichen Sinne zwischen "Arbeitszeit" und "Freizeit" trennen. Die bekommen ihr Geld als "Alimentation", d.h. es sind eine Art Alimente von Vater Staat für den ("standesgemäßen") Lebensunterhalt. Also nicht unbedingt für eine bestimmte Arbeitsleistung, sondern zum Erfüllen einer bestimmten Aufgabe, und zwar mit "voller Hingabe", wie es im BBG heißt; Beamte sind also quasi immer im Dienst.
Das ähnelt sehr einem Studenten, der auch sein Stipendium (oder Vaters Scheck) für seinen Lebensunterhalt bekommt und seine "Aufgabe" ist das Lernen. Das soll er möglichst gut machen und wenn er Programmieren lernt, indem er Linux-Programme entwickelt, dann macht er ganau das was er soll, und zwar (hoffentlich) gut. Hier wie dort ist die Unterscheidung von Freizeit und Arbeitszeit nicht besonders sinnvoll, oder jedenfalls anders, als wenn man Stunde für Stunde oder Auftrag für Auftrag bezahlt bekommt.
Aber vielleicht ist meine Ansicht ja nur noch antiquiert ...
Gruß
Hans35