Chräcker Heller: Ups, hier steht etwas mehr drin....

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Hallo,

Das liegt daran, daß Du keine Trennung zwischen Content
und Design anzuerkennen bereit bist

jein, und das ist in der tat wohl der Punkt. Ich bin dazu nicht in allen Fällen bereit. Zum einem ist jede optische Strukturierung Design. Also auch bei einer reinen html-strukturierten Seite nimmt man eine optische Aufarbeitung vor zur besseren Vermittlung des Gehaltes der Seite. Ohne eine optische Aufarbeitung, und sei es auch nur in die Verbiegung einer geraden Linie zu buchstaben, ist ein gehalt kaum übers Medium Computer zu vermitteln. (Bei blinden wird das durch das Ansteuern der membrane eines Lautsprechers inklusive "Pausendesign" ersetzt, also akustische Aufarbeitung....)

Ich weiß "natürlich" und gebe es gerne zu, daß ich das optische Aussehen einer Seite sehr weit, und damit über das für html-aufbereitete Inhalte gedachte System hinausgehend, bestimmen möchte. Für mich ist dies eine Entwicklung eines Zweiges des Internets. Es ist auch ein möglicher Weg, der sich freilich genauso in streckenweise noch in den Anfängen steckt, wie andere Textaufbereitungen früher auch noch steckten. Die technik ist streckenweise noch nicht soweit, wie auch unser Können mit dem Umgang sowie eben auch die üblichen Instrumentarien des Netzes wie eben für meinen geschmack die Suchmaschinen.

Bei dem gehalt, den ich vermitteln möchte, gehört eine ordentlich saubere und bis ins möglichst kleinste Detail gehende optische Aufbearbeitung dazu. Damit entferne ich mich von den Wurzeln machens html-Gedanken, und das weiß ich sehr wohl. Genau DESWEGEN wiederstrebt es mir, ein h-Tag zu nehmen, und es per CSS "wieder" festzuzimmern, weil ich das für eine dann falsch genutztes Instrument halte. Ein h-Tag gehört so genutzt, wie Du es z.Bsp. machst. Möchte ich sowieso nicht, daß das Seiten-Anzeigeprogram die Überschrift nur als Struktur erkennt und dann grafisch macht, was der Besucher möchte (ein konzept das ich an sich, ehrlich, geradezu genial finde, nur eben für meinen Gehalt nicht passend) dann kann ich mich einfach nicht dazu überwinden, das h-Atribut mit seinen an sich wunderbaren Fähigkeiten zu mißbrauchen. Auch wenn es das die in ihrer Arbeitswiese manchmal eben "Internetkonservativ" arbeitenden Suchmaschinen so möchten.

Der Ansatz von Strukturierungs-html ist ein sehr technischer, auch die berechtigten Hinweise, daß nur so alle möglichen Zugangssysteme und Browser damit klarkommen ist ein technischer. Technische Texte und wissenschaftliche Texte eignen sich auch ideal für diese Text-Gehaltaufbereitung. Es drängen aber auch andere Inhalte in das Netz, und ich denke, wir würden die Fähigkeit des Netzes beschneiden, wenn wir die draussen halten würde. (Was ja auch nicht gesagt wurde).... diese anderen Inhalte brauchen aber zum, Teil mehr Aussehensvorgaben seitens des Gehaltsanbieters. Deswegen ja auch diese wunderbare Trennung von CSS und html. Nun werden aber die techniken, die hinter dem netz stehen, nicht selten (naturgemäß) von Technikern gemacht. Es ist kein Wunder, daß viele Seiten der hier in diesem Forum schreibenden mehr reine html-Seiten sind, die sich am Ursprung des htmls orientieren, als durchgestylte und festzementierte nichttechnische Seite. Das ist aber auch die Schwierigkeiten der "technisch" orientierten einem gegenüber, der ein h-Tag in seiner reinen richtigen form (wie Du ihn nutzt) nicht anwenden kann, und den Tag, in einer seinen Reiz genommen per css festdefinierten Version, nicht mißbrauchen möchte. Ein festzementierter h-Tag ist eigendlich relativ sinnlos, (der Browser sieht" oh eine Überschrift", aber kann eh nichts mehr draus machen. Natürlich kann er noch, wenn der Besucher ein eigenes Stylesheet benutz, aber genau das möchte ich ja nicht, weil ich durch die optische Gestaltung auch Gehalt übermittel, und der würde dann verloren gehen.

(Bei kommerziellen Seiten sieht das auch etwas anders aus, da erkläre ich das aber meinen kunden immer vorher, daß meine Arbeit nicht suchmaschinenfreundlich ist. (und im kommerziellen Sinne meinentwegen vielleicht auch nicht "gut ist")

Ich glaube, wir sind vom verständnis gar nicht sooo weit auseinander, wie bewegen uns nur in anderen Bereichen.

Darf ich noch mal festhalten, nur der neunmalklugheit wegen und weil es immer wieder anders behaubtet wird, daß eine optische Aufarbeitung (was hier immer gerne als Design auch gemeint ist) zu jedem Inhalt dazu gehört. Zu wirklich jedem inhalt. Es kann also keine vollständige Trennung von Design und "content" geben. Nur eben "Nuancierungen", und da bewegen wir uns an zwei Enden der Skala.....

Chräcker