Hallo, Sven.
[...] Aber man braucht Erfahrung dafür - wie bei allem, was vernünftig werden soll im Leben.
Wow, dieser Satz besitzt eine rekursive Widersprüchlichkeit... ;)
Abstrahiert gesehen (sic, ich rede nicht von dem konkreten Fall, daran kann zweifellos eine Schlüssigkeit belegt werden) gibt es nie den Punkt, dass etwas vernünftig läuft, es gibt nie den Punkt der Erfahrung. Andersherum liegt dieser Punkt immer in der Zukunft, nur im Rückblick kann Erfahrung als "Kondensat" einer Entwicklung ausgemacht werden, überhaupt eine Entwicklung erkannt werden, es ist nicht sonderlich fernliegend, sich den stetigen Wandel dieses Erfahrungsschatzes zu vergegenwärtigen, und zwar an jedem Punkt der Entwicklung(en), man würde immer zu demselben Ergebnis kommen, nämlich dem von dir formulierten. Deshalb ist es - um wieder konkret zu werden - von deinem Standpunkt sicherlich einfach, nur steckst du dafür in anderen Entwicklungen, welche du in Jahren als unvernünftig abtun wirst, sicherlich bist du in deiner Haut gefangen, wodurch gewissermaßen der Rat an diejenigen, welche sich noch am Anfang dieses speziellen Weges befinden, nur befremdlich wirken muss, da du willkürlich eine Gerade durch den Raum ziehst und sie als Achse definierst und Körper durch ihen Abstand zu selbiger differenzierst, was ohne Frage recht beliebig ist. :) Deshalb ist die Erkenntnis, dass man Erfahrung braucht, um wie auch immer "vernünftig" im Sinne von in höchstem Bewusstsein seiner Selbst zu handeln, so allgegenwärtig, bis ins Unendliche hinein relativierbar und potenzierbar, dass die Angriffspunkte verschwimmen, die Aussage gänzlich unhaltbar wird und ein Gemeinplatz daraus wird. Finde ich. :)
Wenn du schon verallgemeinerst, dann sei dir der Konsequenzen bewusst. ;) Ich werde dir jedes Wort vorhalten! ;))
Ich glaube mich dunkel zu erinnern, dass ich, als ich HTML durch das Anschauen von anderen HTML-Dokumenten lernte (von einer CD, die der Zeitschrift PC Action beilag und die Offlineversion der Webseite von PC Action enthielt, das war damals sicher die einzige Möglichkeit, die Webseite überhaupt einem großen Leserkreis zugänglich zu machen, denn nahezu niemand hatte WWW-Zugang, auch wenn es "schon" 1996 war), die Absätze des Texts auf meinen ersten Seiten mit unzähligen aneinandergereihten <br> realisierte... Es war eine *gedankliche Revolution*, als ich in einer Datei den p-Tag (nicht Element, der Endtag war ja nicht nötig, da er mir nirgendwo begegnete, war er für mich nicht existent, erst dreieinhalb Jahre später bekam ich Selfhtml zu Gesicht) entdeckte... Genauso font, bgcolor und das background-Attribut... "heute lache ich darüber"[tm]. ;) Zu jedem Zeitpunkt war mir bewusst, dass alles was ich vorher gemacht, blödsinnig war. Als ich vor einigen Wochen ein Projekt komplett erneuerte, wunderte ich mich über den grausigen Code, den ich erst vor einem halben Jahr geschrieben hatte... Objektiv bestanden wohl keine großen Funktionsunterschiede, nur Marginalien, die das saubere Codedesign ausmachen, aber in einem halben Jahr werde ich wieder verbesserungswürdige Punkte finden und fluchen, wie unvernünftig und schlichtweg naiv/unwissend ich war.
Hilft mir diese Erkenntnis irgendwie weiter...? :) Nicht sonderlich, denke ich. Deswegen hüte ich mich streng, jemanden väterlich (oder mütterlich) ein weises <yoda>"noch viel lernen du musst"</yoda> mit auf den Weg zu geben. ;)
Diese Signatur gilt nur am Freitag.
Da habe ich ja Glück - TGIF. ;)
Grüße,
Mathias
P.S. Nostalgische Gefühle kommen auf beim Durchsuchen der sieben Jahre alten CDs... "PC Spiel" (anscheinend verblichen, tronic.de vom Verlag ist nicht erreichbar), Oktober 1995. Wow, eine Command & Conquer Demo! Sammlerstücke, leider finde ich die '95er PC Action nicht mehr. Die Webseite ist auch erst ab '97 im Web Archive.
Remember: KING KONG Died For Your Sins!
"Wie ein gefoppter Nachtmahr der auf Tücke sinnt..." (Hugo Ball, "Die Katze")