molily: ein interessantes gespräch...

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Hallo, Kai,

Der Typ hat mit einem Wort gesagt 0 Ahnung. Schon alleine der Aspekt, dass Behindertengerechte Seiten immer mehr zur Pflicht (teilweise gesetzlich verankert) werden, verbietet Flash und ähnlichen Quatsch eigentlich.

ich schätze, dass sich höchstens 20% aller Webseiten in den nächsten Jahren um diese Belange kümmern. Traurig, aber wahr; aber wenn man sich im Internet umschaut, sind Webseitenverfasser, welche ihre Seite im Hinblick auf selbstgesetzte Metarichtlinien gestalten, in der absoluten Minderheit.
Die Mehrheit setzt auf Bunt um jeden Preis (Quirks-Code, evtl. WYSIWYG) und interessiert sich nichtmal dafür, dass es Standards gibt, an die man sich aus diversen Gründen halten könnte. Du glaubst doch nicht wirklich, dass sich jeder Hinz und Kunz der eine private Webseite unterhält für Zugänglichkeit/Barrierefreiheit interessiert, auch wenn sich momentan das Problembewusstsein verbessert. Leute finden Flashmenüs cool, wahrscheinlich auch weil momentan kein Arsch weiß, wie man ebenso brilliante Menüs mit CSS und optional JavaScript/DOM erstellen kann. Zumindest geht es nicht mit ein paar Mausklicks.

Wenn man HTML mal verstanden hat, ermöglicht es völlig andere Dinge, als Flash, das imho nur durch die Browserwars und die dazugehörigen JS-Inkompatibilitäten der letzten Jahre überhaupt beachtet wird.

In der Tat, das habe ich genauso erlebt. Es ist eine Erfahrung, dass alleinig HTML und CSS durchgesetzt haben. Es gab einen JavaScript-Hype - die verantwortungslose Benutzung ist anhaltend, der "Hype" also aktuell, aber bspw. die Errungenschaften von Mozilla, welche frechem JavaScript den Garaus machen, läuten den Gegentrend ein -, einen Java-Hype, einen Flash-Hype und diverse VR-Hypes (bspw. VRML), von denen man dachte, sie setzen sich durch und man dachte, man schwebt spätestens im Jahr 2000 nur noch durch virtuelle Räume, mit Datenhelm und Sprachsteuerung etc., man kennt diese Utopien.
Vor einigen Jahren predigte man als Zukunft des Webs eine von interaktiver Multimedia durchsetze Wunderwelt; Videos, Audiostreams, alles bunt und dynamisch.
Nichts davon wurde Realität. Oder doch...? Flash entstand und ließ den Benutzer zum Cybernauten in virtuellen Welten werden (Flash war und ist unzweifelhaft die optimale Möglichkeit für derartige Anwendungen, Browserhersteller nahmen das Flash-Plugin in die default-Installationen auf), da es multimedial das vereinigte, was sich im herkömmlichen Web mittels HTML und CSS nicht durchgesetzt hatte - weil es von den Benutzern nicht angenommen wurde? Nein, sonst wäre die Anwendung von Flash nicht so verbreitet. Man kann also konstatieren, dass Flash da ist, weil es viele negeisterte Nutzer und Anwender gibt (die es zu bekehren gilt ;->).

Ich persönlich (als eingeschworener HTML/CSS-Fanatiker, dem es nicht in den Sinn kommen würde, Flash einzusetzen) finde die vergangenen Visionen vom Web nicht abwegig, auch wenn sie sich nicht durchgesetzt haben. HTML muss einen annehmbaren Rahmen für diese Einbindungen bieten. Ihr wollt nackten Hypertext - na schön, $user will Spaß, oder zumindest gestalterisch hochwertige Informationen. Wie du sagtest, ohne ein eindeutiges Konzept für clientseitig dynamische Skripte ist es für Webdesigner unmöglich, interoperable Netzseiten zu erstellen, weshalb sie zu Techniken wie Tabellenlayout oder gleich Flash greifen. Extensiver Gebrauch von CSS für Webseitenlayouts ist aufgrund der Verbreitung rückständiger Browser (namentlich IE 5.5) noch nicht möglich, erst seit ca. einem 3/4 Jahr (vielleicht seit IE 6) spürt man einen Wind in der Branche. Momentan sind "freie" Multimediatechnologien einfach noch nicht weit genug verbreitet. Denn SVG und SMIL, welche angesprochen sind (http://www.w3.org/Consortium/Points/ Punkt sieben), sind nahezu nicht konsolidierte Technologien. Auch JavaScript/DOM lässt sich noch nicht benutzen, ohne dass man immer noch aus Kompatibilitätsgründen in document.all/layers-Abgründe hinabsteigen muss.
Ich sehe kein Licht im Kampf gegen proprietäre Technologien wie Flash solange sich die freien "alternativen" Technologien noch nicht durchgesetzt haben (vgl. Webstandards Project). Wie erreicht man bspw. dass die Browserhersteller native SVG-Unterstützung in ihre Produkte implementieren? Das wäre ein guter Anfang.

Flash verschreien bringt solange nichts, wenn ganze Webseiten bestimmter thematischen Genres immer noch primär auf Flash setzen (bspw. Unterhaltungsindustrie) und es den Nutzern zu gefallen scheint.
Ohne siebzehn Plugins und dem Internet Explorer in Version XY ist der Datenreisende im Web eine Persona non grata, das ist die traurige Realität und alleinig blinder Idealismus ("Flash suckt, lernt HTML") hilft aus dieser Misere nicht heraus (i.e. kein Flashjunkie lässt sich davon überzeugen).

Heute finde ich Flash angemessen, um damit Kunst zu schaffen, also bspw. Animationsfilme oder interaktive "Erlebniswelten" (*lol*) kreieren. Aber hier muss man sich zugestehen, dass selbst extravagante Gestaltungsmöglichkeiten mit CSS und ggf. JavaScript möglich sind.

[von einem, der Flash nie anfassen würde und versucht mit reinem HTML Seiten zu schaffen, die Trotzdem einen bleibenden Eindruck hinterlassen]

ACK². Deinen Seiten gelingt das mehr als gut, wenn ich das sagen darf.

Grüße,
Mathias

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Mario H.
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