Allerliebster Lude,
im Grunde sollte ich mir die Tipperei bei Deinem Geblubber sparen, aber diese Aussage ist ein ein solcher Offenbarungseid, daß man noch einmal explizit darauf hinweisen muß:
die Argumentation (der ich mich uebrigens nicht anschliesse) war doch, dass weder die Deutschen noch die Juden Schuld haben [...], sondern dass der Terror dieser Zeit durch Ideologien verbreitet worden ist.
Das ist Stammtisch-Nationalismus in Reinstform! Absolut erstklassig - die urdeutsche Faschistenseele offengelegt. Genau das ist nämlich die Kernproblematik jahrzentelanger deutscher Faschismusforschung, genau das ist nämlich die Kernproblematik der meisten offiziellen deutschen Stimmen zu den Verbrechen des dritten Reiches bis heute: daß wir Deutschen permanent darauf hinweisen, daß wir ja eigentlich gar nichts mit all den Greueln zu tun hatten. Es waren die Umstände - Ideologie, repressives System, totalitärer Staat. Kaum ein ausformuliertes Bedauern war je ernst gemeint; eher wie die Bitte um Entschuldigung eines Kindes, das zu dieser Handlung gezwungen wird. Warum? Weil es nie ein wirkliches Schuldbewußtsein gegeben hat, schon gar nicht das viel zitierte kollektive Schuldbewußtsein.
Und hier liegt nämlich der große, fatale Irrtum: so wie Du und Deine Gesinnungsgenossen denken, funktionieren große Gesellschaftsverbünde eben gerade nicht. Eine kleine Gruppe menschenrechtsverachtender Despoten, welche die große Masse manipulieren? Schwachsinn! Das ist ein Punkt, der in den Diskursen viel zu wenig beachtet wird. Vielen Dank für den ungewollten Hinweis!
PS: Der anscheinend als Einziger die Rede verstanden hat.
Bisher nahm ich an, daß Du ein intellektarmer Schwätzer bist; mit Deinen vergangenen Postings wird mir klar, daß wohl _intellektfrei_ das rechte Attribut ist. Vielleicht ist das ja eine nötige Voraussetzung für unterschwelligen rassistischen Nationalismus in diesem Land...
Da meine Annahme eine völlige Erkenntnisunfähigkeit impliziert, brauchst Du über meine Ausführungen nicht zu sinnieren - antworten wirst Du wie immer eh nicht (ich glaube, wir hatten das schon mal: Wittgenstein mit den Grenzen der Sprache und den Grenzen der Welt; denk auch darüber gar nicht erst nach).
Weiterhin ein schönes, tumbes Leben!
Robert