Bongú!
Wem das nicht passt, der möge bitte für seine
Software ein passendes Betriebssystem schreiben.
damit befindest Du Dich aber nicht im Einklang mit der Meinung der Gerichte, welche "Betriebssystem" und "Browser" als zwei unterschiedliche "Märkte" ansehen und M$ deshalb kartellrechtliche Verstöße nachgewiesen haben.
Schuldig im Sinne der Anklage. :-)
Allerdings möchte ich zu meiner Verteidung anmerken, dass dieses Urteil meines Erachtens nicht das erste seltsame Urteil eines Gerichts in Verbindung mit dem Namen "Explorer" wäre. ;-)
Auch wenn ich den Rechtsstreit nicht in allen Einzelheiten im Kopf habe, meine ich, gelesen zu haben, dass darin 'Windows-PC' als Markt angesehen wurde. Diese Auffassung teile ich nicht. 'Windows' ist für mich ein Produkt (von vielen) auf dem Markt der Betriebssysteme.
Analog zur Automobilindustrie könnte man vielleicht sagen, es gibt einen Markt 'PKW'. 'Windows' entspräche dann z.B. dem 'VW Golf'.
Als 'Browser' nehmen wir jetzt 'Airbags'. Ich hoffe der Vergleich hinkt nicht zu sehr: Airbags sind zum Betrieb des PKW nicht zwingend nötig, ohne Airbags läßt sich jedoch ein Neuwagen heute nur schwer verkaufen.
Um die Verkaufschancen seines 'Golf' zu erhalten, entschließt sich 'VW' jetzt also, 'Airbags' serienmäßig in den 'Golf' einzubauen.
Diejenigen Firmen, die für den 'Golf' bisher 'Airbags' zum Nachrüsten angeboten haben, sehen ihre Fälle davonschwimmen und entschließen sich daher, eine gerichtliche Klage einzureichen, mit dem Ziel, 'VW' zu verbieten, 'Airbags' serienmäßig in den 'Golf' einzubauen.
Jetzt frage ich dich:
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Wie hoch schätzt du die Chance auf einen Erfolg der Klage ein?
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Was stimmt an dem Vergleich nicht?
Gleiches Recht für alle.
Ganz meine Rede: Gleiches Recht für alle PC-boxmaker, neben Windows auch Linux vorinstallieren zu dürfen (oder ein Windows ohne M$IE und mit Mozilla) und nicht deshalb von M$ benachteiligt zu werden.
In gewisser Weise muss ich dir Recht geben. Irgendwie kann man aber nachvollziehen, dass ein Unternehmen "treue" Kunden besser behandelt als "untreue".
Wenn allerdings die PC-boxmaker mehr Mut gezeigt hätten, Microsoft die Stirn zu bieten und sich getraut hätten, Ihre Systeme ohne oder mit einem anderen Betriebssystem an den Mann zu bringen, wäre es vielleicht nie zu dieser Vormachtstellung von 'Windows' gekommen.
Aber dann wäre ihnen natürlich die Marge aufs Betriebssystem entgangen.
Meines Erachtens hat Microsoft hier hoch gepokert und gewonnen.
Ausserdem steht doch jedem Kunden frei, sich Windows
& Office zu kaufen. Dazu wird meines Wissens niemand
gezwungen.
De facto schon (siehe oben).
Dies kann ich so nicht nachvollziehen. Ich als Kunde kann sehr wohl in ein Computergeschäft gehen und mir einen PC ohne Betriebssystem kaufen. Dieser ist dann auch um einiges billiger als mit 'Windows'.
Zudem steht auch jedem Entwickler frei, ein für
Heimanwender ideales Betriebssystem und Homeoffice-
Paket zu programmieren und dies dem Markt
darzubieten.
Wenn sich M$ an offene Standards bei seinen Dokumentformaten halten würde, zu denen angesichts des aktuellen Marktanteils jedes neue Konkurrenzprodukt erst mal kompatibel sein muß, würde ich Dir Recht geben.
Ich wage zu bezweifeln, dass ausgerechnet auf dem Heimanwendermarkt ein standardisiertes Dokumentformat eine besondere Rolle spielt. Gerade Heimanwender konsumieren m.E. mehr Dokumente, als dass sie selbst welche erstellten. Zudem verwehrt sich Microsoft, soweit ich weiß, dem XML-Standard auch nicht.
Ein (zugegenermaßen etwas abwegiges) aktuelles Gegenbeispiel:
Auf dem Markt der Spielekonsolen existiert eine deutliche Marktbeherrschung der Playstation2.
Microsoft wirft nun mit der X-BOX ein Konkurrenzprodukt auf den Markt, ohne sich im Geringsten darum zu kümmern, ob die PS2-Spiele auch auf Ihrer Konsole laufen können.
Warum also sieht z.B. AOL nicht zu, dass Billig-PCs mit vorinstalliertem Linux mit KDE und AOL 8.0 auf den Markt kommen?
Stattdessen setzen sie weiterhin auf das Betriebssystem und (heute noch) den Browser der Konkurrenz. Mit Verlaub: Wie blöd muss man eigentlich sein, um so zu handeln?
Microsoft verkauft seine Software so wie sie ist
sehr gut.
Das liegt aber nicht an der Qualität der Software, sondern an den Vertriebsmethoden von M$.
Meiner Meinung nach bietet Windows derzeit das beste Paket aus Leistungsfähigkeit und Anwenderfreundlichkeit. Dieses Argument wirst du schwer widerlegen können.
Wenn es anders wäre, würden sie bestimmt auch
andere Software produzieren.
Warum sollten sie, solange sie nicht gezwungen werden, sich an die gültigen Gesetze zu halten?
Welche Gesetze? Der Vorwurf der Ausnutzung ihrer marktbeherrschenden Stellung ist meines Wissens nicht abschließend entschieden.
Dass es darüber hinaus irgendwelche Gesetze über die Offenlegung der firmeneigenen Dokumentformate, Programmcodes, Patente etc. gäbe, wäre mir völlig neu.
Bisher war es so herum viel einfacher, Geld zu verdienen.
Vor allem, wenn sich die Konkurrenz so töricht verhält, wie sie es tut.
Statt, eventuell gemeinsam, Ihre Energien in die Entwicklung eigener konkurrenzfähiger Produkte zu stecken, versuchen sie mit m.E. zweifelhaften Argumenten Microsoft die Rechte an deren Produkten streitig zu machen.
Den 'Open-Source'-Ansatz finde ich hier persönlich eher kontraproduktiv.
Wer gegen Windows anstinken will, muss schlichtweg
mehr bieten. So einfach ist das.
Und gleiche Wettbewerbs-Chancen haben.
Meines Erachtens hat die Konkurrenz diese Chancen. Sie nutzt sie nur nicht.
Sahha,
kerki