hallo,
mal ehrlich: was glaubst du welcher prozentsatz der bevölkerung weiss welche bedeutung die eu-verfassung hat, geschweige denn hat einen entwurf derselben gelesen hat (ich übrigens auch nicht um es vorweg zu nehmen)? wenn man sich die beteiligung bei den letzten europaparlamentwahlen anschaut kann man sich denken wie hoch die beteiligung an einer volksabstimmung wäre.
achtung, es folgt polemik...
seien wir ehrlich: wenn es nicht gerade um steuererhöhungen geht interessiert sich doch hierzulande kein mensch für irgendwelche politischen entscheidungen. wenn ich einen blick auf die bildzeitung und konsorten werfe kommen mir sowieso zweifel an der mündigkeit eines grossteils unserer bevölkerung. ich möchte mir nicht vorstellen wie unser leben aussehen würde, würden die politischen entscheidungen tatsächlich nach dem willen der mehrheit gefällt. dann würde der liter benzin wohl 20cent kosten, zu wichtigen sportereignissen würden feiertage eingeführt und michael schumacher wäre bundespräsident.
ja ich weiss, ich bin auch nur einer von denen, die nur rummotzen und keine initiative ergreifen. man kann sicher im kleinen (vielleicht auf kommunalebene) veränderungen bewirken, doch am system kann und wird sich nichts ändern. um überhaupt in eine machtposition auf bundesebene zu kommen muss man sich korrumpieren, nach der pfeife der lobbyisten (=wirtschaft) tanzen, sich eben dem system beugen und jeglichen idealismus abwerfen. dazu muss man geboren sein, das bin ich nicht und daher wäre jegliche initiative die ich ergreifen könnte und wollte eine straftat.
da ich aber keine lust habe in den knast zu gehen bleibt mir immerhin noch zynismus. im übrigen will die mehrheit keine veränderung, das musste schon die raf in den 70ern schmerzlich erfahren. solange die bildzeitung erscheint, am samstag die sportschau kommt und es auf mallorca den ballermann gibt, sind wir deutschen doch zufrieden. und ein bisschen meckern über bezinpreise und die korrupten politiker muss halt sein, sonst hätte man am stammtisch ja keine themen mehr.
fazit: es wird sich sicher was ändern und zwar zum schlechten. wem das nicht passt, der kann ja gehen, zumindest innerhalb der eu kann jeder seinen wohnsitz nach belieben wählen. das dumme ist nur dass es anderswo noch schlechter ist als in deutschland, es wird uns also nichts anderes übrig bleiben, als weiterhin zu schreien und und die situation hinzunehmen. zu den nächsten bundestagswahlen wird es wohl zu einem regierungswechsel kommen, aber glaubt irgendjemand ernsthaft daran dass sich danach was ändern wird???
gruß aus berlin, volker