Hallo Christoph,
tatsächlich, jetzt ist es 15 Jahre her
Wie geht euch das denn so? Habt ihr das damals gleich kapiert, was da losgeht, wenn man ein Loch in die Mauer haut?
Also ich hatte damals schon längere Zeit einen Brieffreund in Rostock, den hatte ich im März 89 das erste Mal besucht (Studentenwohnheim Rostock, wenn Du verstehst, was ich meine ;-)). Und da kam mir alles noch beinahe so festzementiert vor wie eh und je - Gorbi, klar, die Studenten kritisisierten die Zustände im Wohnheim, auch öffentlich, auf der Fete in der Mensa sangen tausend Leute "in einem Taxi nach Paris, nur für Nacht" und ich stand da und hab Rotz und Wasser geheult, weil ich zu wissen glaubte, daß das nie was wird mit Paris. Später noch der zynische Kommentar meines 25jährigen Freundes: wenn wir 65 sind, kommen wir Dich auch mal besuchen...
Im Sommer war er in Ungarn; als die Postkarte kam, meinte meine Mutter: "was meinst Du, ist er übermorgen hier?" - nein, er hat sich bei der Grenze bei der Heimkehr schön lustig gemacht, so nach dem Motto: Ich bin wieder da, wo ist das Begrüßungsgeschenk?
Am Abend des 9. November habe ich hektisch die 0037 gewählt und bin nicht durchgekommen, und es tut mir heute noch leid, daß ich mich nicht einfach ins Auto gesetzt habe und nach Berlin gefahren bin. Aber nach ein paar Monaten war ich mit meinen Rostocker Freunden auf der van-Gogh-Ausstellung in Amsterdam und hab beim Versuch, bei uns vor der Haustüre Trabbi zu fahren, die Bremse nicht gefunden ;-)
Tja, und dann kam der ganze Rest, und irgendwie haben wir uns aus den Augen verloren. Mich zog's in die Ukraine, und ihn nach Thailand. So trennen sich die Wege...
Gruß aus Köln-Ehrenfeld,
Elya
keep passing the open windows.