Moin!
Und eine Deckblattseite macht ein Dokument nicht automatisch über Gebühr umfangreich. Fazit aus meiner Sicht: ein Deckblatt ist durchaus eine Überlegung wert, gerade wenn man mehr als nur Anschreiben, Lebenslauf und das letzte Schulabschlusszeugnis zu bieten hat.
Fügt das Deckblatt den genannten Primärinformationen "Anschreiben", "Lebenslauf" und "Schulabschlusszeugnis" irgendwelche weiteren Primärinformationen hinzu, die die Entscheidung für oder gegen den Bewerber beeinflussen könnten?
Ich denke: Nein. Deine Argumentation geht vielmehr in die Richtung, die zwangläufig bei Berufsanfängern existierende Dünnheit der Bewerbungsmappe wenigstens noch durch ein weiteres Blatt zu kaschieren, auf dem dann bestenfalls Metainformationen stehen, schlimmstenfalls Wiederholungen.
Mag sein, dass manche Personaler auf sowas abfahren. Kann auch sein, dass man in bestimmten Branchen oder bei bestimmten, definierten Unternehmen (die Tischlerei um die Ecke mit dem Seniorchef) damit irgendwie Pluspunkte sammelt. In solchen Situationen geht's ja sowieso viel eher um Gesprächspsychologie, wenn man seine Mappe persönlich vorbeibringt und dabei ins Gespräch kommt.
Ganz subjektiv für mich gesprochen: Mich interessiert so ein Deckblatt nicht die Bohne. Mich interessieren die Fähigkeiten des Bewerbers, seine bisherigen beruflichen Stationen und deshalb logischerweise Lebenslauf und die relevanten Arbeitszeugnisse. Wenn ich genau eine Bewerbung zu lesen habe, dann lese ich die natürlich von vorn bis hinten durch. Wenn ich hundert Bewerbungen zu lesen habe, dann lese ich nur das Notwendigste, nämlich so weit, wie ich bräuchte, um den Bewerber auszusortieren. Mit anderen Worten: Das Deckblatt wird sofort überblättert, denn da stehen keine Informationen drauf. Im Gegenteil verhüllt das Deckblatt den Blick auf die wirklich interessanten Informationen des Lebenslaufs. Oder des Anschreibens.
- Sven Rautenberg