Tag Sven.
Fügt das Deckblatt den genannten Primärinformationen "Anschreiben", "Lebenslauf" und "Schulabschlusszeugnis" irgendwelche weiteren Primärinformationen hinzu, die die Entscheidung für oder gegen den Bewerber beeinflussen könnten?
Mittelbat ja, denn ein Deckblatt nach meinem Verständnis eignet sich hervorragend dazu, eine Informationsmenge, wie sie Bewerbungen üblicherweise enthalten, auf einen Blick zugänglich und damit erfassbar zu machen.
Ich denke: Nein. Deine Argumentation geht vielmehr in die Richtung, die zwangläufig bei Berufsanfängern existierende Dünnheit der Bewerbungsmappe wenigstens noch durch ein weiteres Blatt zu kaschieren, auf dem dann bestenfalls Metainformationen stehen, schlimmstenfalls Wiederholungen.
Hoppla, dann scheinst du mein Anliegen nicht so recht verstanden zu haben. Ich schrieb:
ein Deckblatt ist durchaus eine Überlegung wert, gerade wenn man mehr als nur Anschreiben, Lebenslauf und das letzte Schulabschlusszeugnis zu bieten hat.
Die oben genannten sind die drei Grundbestandteile einer Bewerbung, dafür braucht man in der Tat kein Deckblatt. Mir geht es um die Fälle, in denen eine Bewerbung über diese drei Bestandteile hinausgeht. Ich habe den Eindruck, dass du es zu "technisch" siehst, was zugegebenermaßen in diesem Punkt nicht meiner Sicht der Dinge entspricht. Ein Deckblatt kann Informationen transportieren, die zwar technisch gesehen Metainformationen oder auch Wiederholungen sind, nur geht es darum nicht. Ein Deckblatt kann etwas aussagen, und wenn es nur die Information ist "Hallo, ich bin XY, so sehe ich aus, das findest du in meiner Bewerbung"; denn diese gut verpackt kann einen potenziellen Leser auf den eigentlichen Inhalt neugierig machen oder aber ihn abstoßen. Und ein solches Deckblatt kann auch auf kompakte Weise Informationen vermitteln, die man sich ohne es "erblättern" muss. Dass es nicht einfach ist, ein solches Deckblatt zu kreieren, streite ich gar nicht ab.
Mag sein, dass manche Personaler auf sowas abfahren. Kann auch sein, dass man in bestimmten Branchen oder bei bestimmten, definierten Unternehmen (die Tischlerei um die Ecke mit dem Seniorchef) damit irgendwie Pluspunkte sammelt.
Man kann damit mehr Pluspunkte sammeln, als du offenbar glaubst. Wohlgemerkt, ich spreche nicht von der Standardbewerbung auf einen Ausbildungsplatz oder auf eine Praktikantenstelle, da sind wir uns sicher einig.
Meiner Meinung nach gibt es also durchaus Fälle, in denen ein Deckblatt sinnvoll ist, ohne den Eindruck erwecken zu wollen, dass etwas aufgebläht werden soll. Und genauso wie wir zwei hier keinen kleinsten gemeinsamen Nenner finden werden, streiten sich die Gelehrten über Sinn oder Unsinn von Deckblättern :)
Siechfred
«Ich liebe euch doch alle!»