Hi O'Brien,
erst einmal danke ich dir für die Bereitschaft, in eine ausführliche Diskussion mit mir einzutreten, obwohl dir meine "Patentrezepte" so sehr auf die Nerven gehen. Schade, ich dachte, ich hätte mich besser verständlich machen können,
Was mich daran stört ist nicht, dass Deine Vorschläge unverständlich wären, das ist nicht der Fall, sondern der Glaube, die Probleme seien derart simpel zu lösen.
... weil ich dich - ohne dich real zu kennen - aufgrund deiner fundierten und überlegten Aussagen sehr schätze und schon einiges von dir gelernt habe.
Danke.
Ich habe Professoren und Übungsleiter kennegelernt, ja sogar einen Lehrer während meiner Schulzeit, die zugeben konnten, dass sie etwas mal _nicht_ wussten. Hat es ihnen geschadet? Anscheinend nicht, denn diese Ehrlichkeit wurde ihnen - nicht nur von mir - hoch angerechnet.
Mit "Binsenweisheit" meinte ich, dass das richtig aber so selbstverständlich ist, dass es sich nicht lohnt, darüber zu reden.
Bei uns an der Schule heißt die entsprechende Sammlng "Methodenkoffer".
Physisch oder virtuell?
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Ach wo, es gibt einfach einen konkreten Druck, der die pädagogische Phantasie niederwalzt. Solche Vorurteile bringen genau gar nichts, wenn man unterstellt, dass die Leute einfach keinen Bock haben usw. ist eine weitere Debatte halt sinnlos.
Genauso wie bei uns an der Uni jeder neue Prof, der mit viel Elan an die Arbeit geht, innerhalb weniger Jahre von den Kollegen eingenordet ist und/oder von Verwaltungsvorschriften etc. frustriert vielfach zum "Dienst nach Vorschrift" übergeht.
Das ist mir, ehrlich gesagt, auch eine zu starke Vereinfachung. Warum "jeder"? Die Leute sind doch sehr verschieden.
Birkenbihl
Leider völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Ich hatte vermutet, dass du meine Grammatik-Argumentation der guten Frau zuschreiben würdest
Es ist reiner Zufall, dass Du sie dieser Dame zuschreibst, es gibt zahlreiche Methoden, die Ähnliches versprechen.
Ich jedenfalls werde auch weiterhin intuitiv und nicht nicht nach auswendig gelernten Regeln meine Sätze bauen.
1. Woher weißt Du, wie Du Deine Sätze baust?
2. Sprachenlernen ist ein komplexes Thema, ich habe ehrlich gesagt wenig Lust, das auf einer derart oberflächlichen Ebene abzuhandeln. Es gibt bestimmte Phänomene, die man intuitiv nur sehr schwer erfasst und schneller anhand von Regeln lernt, für Ausländer etwa die Adjektivdeklination im Deutschen, die derart komplex ist, dass sie intuitiv kaum zu knacken ist, wie man am Sprech der Migranten hört, die Deutsch intuitiv gelernt haben. Ähnliches gilt für Relativsätze, bestimmte Partizipialkonstruktionen usw. Auch für das Genus der Nomen können ein paar Regeln den Lernprozess drastisch verkürzen. In anderen Bereichen helfen Regeln, erste korrekte Beispiele zu generieren. Auch die Zeitenfolge im Deutschen dürfte intuitiv für Erwachsene kaum zu knacken sein.
"Lernen muss von Anfang an Spaß machen", so dass Credo vieler Debatten in unserer frustrierten "Spaßgesellschaft", vielleicht sollte man noch eine betäubende Wirkung einfordern, etwa wie beim Fernsehen oder bei Computerspielen: "Meine Güte, 8 Uhr, jetzt habe ich 6 Stunden gezockt und gar nicht gemerkt, wie die Zeit vergangen ist."
Da lob ich mir doch die asiatische Ideologie, wo der Schüler des Karatemeisters eine bittere Lehrzeit durchlaufen muss, bevor er lernt zu fliegen ;-)
Viele Grüße
Mathias Bigge