Mahlzeit,
was meinst du mit "meinem Abgeordneten"? Ich habe keinen und kenne auch keinen.
Das ist dein Fehler. Die Abgeordneten stehen im öffentlichen Licht. Hättest du ernsthaft Interesse daran, Politik zu betreiben, hättest du dich informiert.
wie kommst du auf die Idee, dass ich ein solches Interesse haben könnte?
Liebe Güte, nein, ganz im Gegenteil: "Ich lass euch in Ruhe, aber mischt ihr euch bitte auch nicht in meine Privatangelegenheiten ein." Ich möchte so wenig wie nur irgend möglich Teil dieser Gesellschaft sein, möchte für mich allein agieren können, solange ich dabei niemand anderem auf die Füße trete.
Das ist ja gerade einer meiner Kritikpunkte: Die paar hundert Abgeordneten sind für den Großteil der Bevölkerung Fremde. Man kennt sie nicht, weiß nicht, was sie wollen, und vertrauen mag man ihnen schon gar nicht.
Und doch habt ihr sie gewählt. Schizophrenes Handeln, gell?
Nein, Auswahl des vermeintlich kleinsten Übels anhand von Indizien.
Welcher öffentliche Druck? Wenn ich einen von den Typen anrufe oder ihm einen Brief schreibe, ist das nicht öffentlich.
Wenn 100 Leute ihm einen Brief schreiben oder ihn anrufen, ist das allerdings durchaus schon eine Öffentlichkeit. Und wenn das 1000 Leute machen, was meinst du, wie schnell sich was ändert.
Das ist aber wohl illusorisch - es sei denn, eine Zeitung oder eine Fernsehsendung wurde dazu aufrufen.
Öffentlicher Druck entsteht allenfalls dann, wenn man diese Leute bei öffentlichen Veranstaltungen, Auftritten, Reden vor großem Publikum direkt kritisch anspricht. Dann bin ich aber auch gleichzeitig selbst in der Öffentlichkeit - und das wäre so ziemlich das letzte, was ich will.
„Wasch mich, aber mach mich nicht nass”
??
Ich weiß nicht, was "links" oder "alternativ" ist, und lehne solche Schubladen-Definitionen auch ab. Nicht nur, weil ich nicht verstehe, was sie aussagen sollen, sondern auch, weil sie mir nicht differenziert genug sind. Kein Mensch lässt sich mit seiner Meinung oder Gesinnung auf einen einzigen Begriff reduzieren.
Das hat nichts mit Reduktion zu tun, sondern mit einer Einordnung des Weltbilds in politische Lager.
Sag ich doch, Reduktion. Ich stimme in vielen Themen mit den Grünen oder der FDP überein, oft mit den Piraten (da, wo sie einen eigenen Standpunkt haben), manchmal mit der SPD, ab und zu sogar mit den Linken, und sehr, sehr selten mit der CDU. Welches "politische Lager" ist das also?
Demokratie heisst halt nicht, dass man selbst recht hat, sondern dass das getan wird, was die Masse will.
Richtig.
Dann verstehe ich deine Kritik nicht.
Die Kritik ist, dass man als Bürger de facto keine wirkliche Möglichkeit der Einflussnahme hat. De jure schon, aber das ist halt so 'ne Sache mit Theorie und Praxis.
Ciao,
Martin
Wenn zwei dasselbe tun, sind sie vielleicht bald zu dritt.
Selfcode: fo:) ch:{ rl:| br:< n4:( ie:| mo:| va:) de:] zu:) fl:{ ss:) ls:µ js:(