Hallo!
In Österreich kosten Domains 72 Euro im ersten Jahr, 36 Euro in den
darauffolgenden Jahren, in Deutschland bekommt man sie nachgeworfen.
Außerdem sind die Kosten bei den Providern in Österreich sicherlich
doppelt so hoch, günstige Visitenkarten gibt es nicht, der Markt ist
bei den technologieskeptischen Österreichern, die außerdem nur ein
Elftel des deutschen Marktes darstellten, vermutlich nicht groß genug.
Ehrlich gesagt kann ich mir auch nicht vorstellen, wie manche
deutschen Provider überleben können - 1 Euro für ein kleines Angebot,
5 oder 10 Euro alles inklusive, nebst Kosten für Support, etc. - für
mich ein ökonomisches Wunder.
Irgendwo habe ich gelesen, dass es fünf Millionen .de-Domains gibt.
Ist das nicht eine ungeheure Inflation? Ist es überhaupt wünschens-
wert, wenn es so viele Domainnamen gibt, dass jeder, der vielleicht
gar nichts mit dem Internet zu tun hat, eine eigene Domain für einen
Spottpreis bekommt? Dass Domains, da sie ja ohnehin fast nichts kos-
ten, auf Vorrat reserviert werden und es haufenweise Seiten gibt, die
entweder nur einen Satz oder auch nur ein lustiges Baustellenbildchen
bieten, oftmals über Jahre hinweg? Würde vielleicht ein höherer Preis
die allgemeine Bandbreitenvergeudung und die Ausdünnung der Internet-
angebote durch eine Überschwemmung von solchen Angeboten etwas ver-
mindern?
Oder ist gerade so etwas wünschenswert, da es das Internet, zumindest
scheinbar, demokratischer und offener für jeden macht? Könnte man so
etwas nicht mit günstigem Speicherplatz auf Subdomains und Ordnern
genauso lösen?
Hätte man (rein theoretisch, die Entwicklung ist wohl nie wieder rück-
gängig zu machen) stärker auf eine Struktur drängen sollen, wie man es
in Österreich anfangs probiert hat? Dort wurde und wird noch teilweise
unterschieden in .gv.at, .ac.at, .co.at, or.at, etc. Hätte man die
.com-Domain vielleicht frei von Verunreinigungen, also nichtkommer-
zielle Seiten, halten sollen? Sollte man Privatpersonen nur .name
registrieren lassen? Ich habe mir schon überlegt, ob ich vielleicht
die kostengünstigeren CNO-Domains nehmen soll, aber die wirken dann
irgendwie fast schon proletenhaft und stimmen auch nicht.
Bei mir haben .at/.ch/.li/.org-Domains und ähnliche schon einen gewis-
sen Sympathievorschuss auf .com/.net/.info/.de-Domains, zumindest sub-
jektiv - gibt es so etwas bei euch auch?
Was wird uns noch mit der .eu-Domain blühen? Werden alle Firmen plötz-
lich standardmäßig .de/.eu/.com registrieren?
emu
[der sich gerade ausgerechnet hat was ihm so eine kleine seite kosten
würde]