Hallo Christoph
_Das_ ist eigentlich mein Problem dabei: wäre da ein Hinweis, meinetwegen auch als alert-Anzeige, vorgeschaltet: "aufgrund der Hochwassersituation sind unsere Sever ausgefallen, wir können aktuell nur die Pegelstände bekanntgeben" - ja, dann hätte ich meine Frage nicht gepostet.
Diese Frage, Christoph, zeigt, dass du immer noch nicht verstanden hast, was hier eigentlich los ist. Du erfasst nicht, dass es hier keinen Menschen interessiert ob die Website des Heimatortes läuft oder nicht. Hier im Hochwassergebiet beschäftigen uns ganz andere Fragen. Eine Website muss in dieser Situation lediglich Informationen zur aktuellen Lage geben und genau das tut sie. Du kannst mir glauben, mehr muss sie hier nicht leisten.
Für uns, die nach Dresden kommen, ist diese Seite so ziemlich die einzige Informationsquelle (Gehe mal auf www.grossenhain.de oder www.riesa.de oder auch www.riesa-grossenhain.de, dann verstehst du wovon ich rede). Die Pegelstände in Dresden geben uns einen Anhaltspunkt, wie es bei uns später aussehen wird.
"Vergessen" wird von den Medien und den Ortsfremden nämlich, dass nicht nur Dresden und Meissen abgesoffen sind. Außer Dresden-Meissen-Riesa-Mühlberg-Torgau ... gibt es unzählige Elbdöfer.
Zwischen Meissen und Riesa ist, außer Merschwitz (wo ich wohne) und Leckwitz gleich daneben, jedes Dorf abgesoffen. Das wir es noch nicht sind ist einzig der Tatsache geschuldet, das einige Dämme kurz vor Riesa gebrochen sind und ein Teil des Wassers in eine Niederung abgeflossen ist.
Unser Dorf liegt an einem Steilufer der Elbe. 30 cm haben wir noch bis zum Überlauf. Das Ufer ist massiv unterspült und kein Mensch weiß, wann es abzurutschen droht. Sandsäcke helfen hier nicht und wenn dass passiert, dann sind einige Häuser hier nicht mehr zu retten. Die stehen dann nicht einfach mehr nur bis zum Hals im Wasser, wie es für etwa 12 Häuser unseres Ortes der Fall ist. Die werden dann einfach in die Elbe gespült. Wasser und Strom haben sie sowieso schon nicht mehr, da die Verteiler überspült sind. Die Anwohner dort haben nur noch Angst und die Hoffnung, dass sie ungeschoren davon kommen.
Ich schreibe das nur, damit dir klar wird, dass die Menschen weder Kraft noch Zeit haben, sich um solche Nebensächlichkeiten zu kümmern.
Ich habe es aber auch geschrieben, damit deutlich wird, dass nicht nur die genannten Städte betroffen sind, sondern das gesamte Elbtal mit seinen vielen kleinen Dörfern. Das hier genauso gekämpft wird wie in Dresden. Das hier die Folgen genauso schlimm sind.
Ich habe an der Kasse im Supermarkt heute folgendes Gespräch gehört:
Wenn ihr Hilfe beim Auspumpen braucht sagt bescheid.
Antwort (ganz ruhig geben): Dafür ist es schon zu spät.
Viele Grüße
Antje
PS: Nein, meine Familie und ich sind nicht bedroht, solange die Kanalisation nicht das Hinterland (andere Straßenseite, gleiche Höhe) flutet. Mein Schwager weiß aber bereits, dass seine Wohnung mit Wasser und Schlamm gefüllt ist.