Christoph Schnauß: "Notseite" der Stadt Dresden

morgens, Forum ;-)

Die Bilder, die wir den ganzen Tag im Fernsehen aus Dresden (und anderen sächsischen Orten) sehen mußten, sind bedrückend. Es gibt wenig weiter unten einen leider zu wenig frequentierten Thread zum Problem des Hochwassers ...

Ich möchte eine andere Frage stellen, die möglicherweise weniger "Dresden-gerecht", dafür aber mehr "Internet-gerecht" ist:

Dresden hatte eines der wenigen in manchen Details validen Städteportlae (nein, _alles_ war da auch nicht ganz W3C-konform). Ich habe die Seite gern besucht, Dresden ist eine wunderschöne Stadt. Aufgrund der fürchterlichen Hochwassersituation haben sie aber jetzt ihre Adresse so umgestellt, daß man auf http:www.dresden.de _nur noch_ die aktuellen Hochwssermeldungen bekommt, alle anderen Navigationslinks des Städteportals sind disabled.
Meine Frage ist nun: ist das korrekt, wenn man ein wenn auch noch so fürchterliches Naturereignis durchstehen muß dann sein Städteportal _nur noch_auf das aktuelle Katastrophengeschehen fokussiert? Nicht einmal http://www.newyork.com hat im September vorigen Jahres seine Inhalte temporär "unsichtbar" gemacht ...
Ich möchte nicht mißverstanden werden: Dresden und vor allem die kleineren sächsischen Orte _müssen_ sich auch im Zustand ihrer Zerstörung mit "Notseiten" bemerkbar machen, je eindringlicher, umso besser. Aber: auch die schlimmste Hochwasserflut ist nach rund zehn Tagen wieder vorbei. Ein Städteportal wie das Dresdens macht aber nicht nur auf zehn "kritische Tage", sondern auf manchmal viele Jahrhunderte Geschichte und bisweilen auch auf das "Kulturerebe der Menschheit" aufmerksam.
Darf man die Internetrepräsentation dieses "Kulturerbes" wegen aktueller Katastrophensituation dem Internet entziehen?

Christoph S.

PS: ich weiß, daß mein Anliegen vielleicht schwer vermittelbar ist. Aber ich habe selbst Verwandte und Freunde in den am schlimmsten betroffenen sächsischen Gebieten (nicht nur in Dresden) und würde für sie sogar beten, wenn ich beten könnte.
Aber das Internet ist eine Kommunikationsplattform. Darf man dieser weltweit gültigen Adresse "Dresden.de" ihre teilweise durch Jahrhunderte hindurch legitimierten essentiellen Informationen aufgrund eines noch so katastrophalen augenblicklichen Geschehens temporär entziehen?

  1. Auch von mir einen wunderschönen guten Morgen!

    Ich habe mir die Seite gerade mal angesehen, ich muss aber leider gestehen, daß ich das vorher (also die "normale" Seite) nicht getan habe.

    Du hast, finde ich recht: Sicher halte ich es für angebracht, wenn auch im Internetauftritt dieser schlimm betroffenen Stadt auf die Katastrophe so eindringlich aufmerksam gemacht wird.

    Ich weiß ja nicht, inwiefern die gesamte Seite auch vorher immer topaktuell war, aber ich könnte mir gut vorstellen, daß da immer viel los war (ich denke da z.B. an Veranstaltungshinweise, Informationen zum öffentlichen Nahverkehr...)
    Diese "ehemaligen" aktuellen Themen, so es sie denn gegeben hat, würden meiner Meinung nach in der aktuellen Situation etwas deplatziert wirken...

    Was aber durchaus schade ist, ist die Tatsache, daß man sich wirklich nicht mehr über die kulturellen Eigenschaften Dresdens informieren kann. Aus meiner (nicht lückenlosen, um mal zu untertreiben) Allgemeinbildung fallen mir persönlich nur die Stichworte Semperoper und Zwinger ein, wobei ich vom letzteren wirklich nur den Namen kenne, und nicht den Hintergrund (Ache auf mein Haupt). Gerade im Zusammenhang mit diesen kulturellen Dingen wäre ich im Moment mehr als Willens gewesen, mich einmmal weiterzubilden, und welche Adresse würde da eher in Frage kommen, als dresden.de....

    Alles in Allem bin ich aber beeindruckt vom Umfang und von der Komplexität des "Notbetriebs" der Seite.
    Das Einzige, was dem noch fehlt, ist in meinen Augen ein kleiner link auf die normale Seite.

    In der Hoffnung, daß ich bald meine erheblichen Wissenslücken schließen kann,

    Der Dicki

    1. Ich weiß ja nicht, inwiefern die gesamte Seite auch vorher immer topaktuell war, aber ich könnte mir gut vorstellen, daß da immer viel los war (ich denke da z.B. an Veranstaltungshinweise, Informationen zum öffentlichen Nahverkehr...)

      Stimmt, die Website der Stadt Dresden unter http://www.dresden.de/ ist nach dem Relaunch vor ca. einem Jahr wirklich sehr umfangreich, informativ und mit vielen sinnvollen Features gewesen. Die Reduzierung auf die Notbetrieb-Version ist eine direkte Folge des Hochwassers Anfang der Woche, was zu einem Totalausfall des Servers bzw. dessen Infrastruktur führte. Im Moment nimmt sich hoffentlich niemand die Zeit, um sich um dieses "Problem" zu kümmern, dafür ist die Lage hier viel zu ernst. Lieber sollen die Leute Sandsäcke füllen und Dämme bauen, als die Website der Stadt Dresden in den Zustand von letzter Woche zu versetzen.

      Aus meiner (nicht lückenlosen, um mal zu untertreiben) Allgemeinbildung fallen mir persönlich nur die Stichworte Semperoper und Zwinger ein, wobei ich vom letzteren wirklich nur den Namen kenne, und nicht den Hintergrund (Ache auf mein Haupt).

      Beide genannte Bauwerke wurde bereits Anfang der Woche vom Hochwasser erfasst, bis heute Nacht hat man versucht, den Stand in den Gebäuden auf einem erträglichen Mass zu halten, dann wurde sie von THW bzw. Feuerwehr aufgegeben, es ist einfach nicht mehr möglich, diese Gebäude zu sichern.

      Gerade im Zusammenhang mit diesen kulturellen Dingen wäre ich im Moment mehr als Willens gewesen, mich einmmal weiterzubilden, und welche Adresse würde da eher in Frage kommen, als dresden.de....

      http://www.dresden-online.de/

      Das Einzige, was dem noch fehlt, ist in meinen Augen ein kleiner link auf die normale Seite.

      Nicht möglich, die "normale Version" wurde, wie ich bereits mehrfach schrieb, bereits Anfang der Woche ein Opfer des Hochwassers.

      In der Hoffnung, daß ich bald meine erheblichen Wissenslücken schließen kann,

      In der Hoffnung, dass diese Katastrophe hier bald ein Ende findet.

      1. Hi

        Aus meiner (nicht lückenlosen, um mal zu untertreiben) Allgemeinbildung fallen mir persönlich nur die Stichworte Semperoper und Zwinger ein, wobei ich vom letzteren wirklich nur den Namen kenne, und nicht den Hintergrund (Ache auf mein Haupt).

        Beide genannte Bauwerke wurde bereits Anfang der Woche vom Hochwasser erfasst, bis heute Nacht hat man versucht, den Stand in den Gebäuden auf einem erträglichen Mass zu halten, dann wurde sie von THW bzw. Feuerwehr aufgegeben, es ist einfach nicht mehr möglich, diese Gebäude zu sichern.

        Oh, schade um die Bauwerke, aber so verschwinden endlich mal diese häßlichen Bilder aus dem Zwinger, genannt "Neue Meister" oder war's "Alte Meister"...

        ich bin böse *grins*

        Tschau, Frank

        Ps. don't take it for serious

        1. Oh, schade um die Bauwerke, aber so verschwinden endlich mal diese häßlichen Bilder aus dem Zwinger, genannt "Neue Meister" oder war's "Alte Meister"...

          Offenbar bist du dir überhaupt nicht bewußt, wann etwas lustig, sarkastisch oder einfach nur völlig unpassend ist. Hier in der Stadt werden immer weiter Menschen evakuiert, tausende mußten bereits ihre Häuser verlassen und die Staatlichen Kunstsammlungen gehören zu den bedeutendsten Kunstschätzen auf diesem Gebiet weltweit.
          Dein Posting eben ist ein unglaublicher Schlag ins Gesicht für uns Dresdner, die wir verzweifelt versuchen in unserer Stadt vor dem Hochwasser zu retten, was noch irgendwie zu retten ist. Tausende oder gar zehntausende Menschen sind zur Stunde damit beschäftigt, Sandsäcke zu füllen und Dämme zu errichten, um ihr Hab und Gut oder, wie in den meisten Fällen, ganze Stadtteile vor dem Hochwasser zu schützen.

          Bitte denk darüber nach und spare dir solche Kommentare, danke!

          1. Hi,

            leider traust du dich ja nicht mit deinem echten Namen zu posten... hast du angst, dich als Dresdner Nicht-Hochwasser-Opfer zu outen? Wohnst ja auch nem Hügel, weit genug oder wie.

            Dein Engagement in der Berichterstattung erscheint mir persönlich sehr plastisch-künstlich-aufsehenerregend.

            Mich betrifft es als "ehemaligen" Laubegaster Anwohner etwas mehr. Leider kann ich momentan nicht mithelfen, da ich nicht in Dresden weile, würde es aber gern tun.

            Und es tut mir leid, wenn du nicht fähig warst, bist, jemals sein wirst, meinen "zugegeben" bösen witz zu ignorieren. Einige andere, bin ich mir sicher

            Und wie war das gleich, du kennst den Zwinger nur vom Namen.. hab ich das richtig verstanden?? Als "Dresdner"? Muß ich mich weiter dazu äußern?

            Soweit ich den News entnehmen konnte wurden die Gemälde durch die Kräfte vor Ort gesichert, was diese Kunstsammlungen zum Glück vor der Vernichtung bewahrt. Es sind leider schon zuviele Schäden aufgetreten. Bei einem wär ich mir auch sicher, den Dresdnern, den das Wasser bis zum Kragen in der Wohnung steht, sind im Moment die Kunstsammlungen relativ egal.

            Verstehe es, wie du willst, wenn du n persönliches Problem hast, wende dich an meine eMail-Adresse - mit deinem richtigen Namen, sonst kann und werde ich dich nie für voll nehmen.

            Tschau, Frank
            [..der jetzt mal wieder in der Heimat nach dem Rechten frägt...]

            P.S. Die Dresdner Bevölkerung hat bereits ein massives Problem - Hochwasser - wir brauchen nicht noch das Problem der Möchtegern-Mitleider.

            1. Korrektur:
              hab dich mit Dicki verwechselt bezüglich den Zwinger nur vom Namen zu kennen... nehme ausschließlich diesen Teil:

              Und wie war das gleich, du kennst den Zwinger nur vom Namen.. hab ich das richtig verstanden?? Als "Dresdner"? Muß ich mich weiter dazu äußern?

              meines Postings hiermit zurück. Sorry für die Verwechselung.

              Frank

            2. leider traust du dich ja nicht mit deinem echten Namen zu posten... hast du angst, dich als Dresdner Nicht-Hochwasser-Opfer zu outen?

              Ab wann ist man für dich ein Opfer? Erst wenn man persönlich Hab und Gut verliert? Reicht es nicht aus, wenn hunderttausende Menschen hier ihre Heimatstadt im Wasser versinken sehen und ich einer davon bin? Es stimmt, dass ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine materiellen Verluste erlitten habe, aber ich habe in der letzten Woche erhebliche zeitliche Ressourcen aufgewendet, um mitzuhelfen, dass nicht noch mehr als ohnehin hier in der Stadt zerstört wird. Für dich scheint dies alles "nicht der Rede wert" zu sein. Du tust mir leid, ehrlich.

              Wohnst ja auch nem Hügel, weit genug oder wie.

              Reicht es nicht aus, wenn allein hier in Dresden mehrere zehntausend Menschen mittlerweile evakuiert wurden/werden? Ab wann ist es genug? Wenn die ganze Stadt evakuiert ist? Als Alt-Dresdner solltest du wissen, dass es dazu aufgrund der geographischen Lage nicht kommen kann. Und nur weil ich das Glück habe, knapp oberhalb der kritischen Zone zu wohnen, soll ich mich schämen? Nein, ich helfe denen, die diesen Glück nicht haben und ich kann dir sagen, es bringt wesentlich mehr als deine Arroganz in den letzten Postings.

              Dein Engagement in der Berichterstattung erscheint mir persönlich sehr plastisch-künstlich-aufsehenerregend.

              Begib dich bitte umgehend nach Dresden und schaue dir die Situation selbst an. Du wirst als Nicht-Dresdner allerdings Schwierigkeiten beim Verlassen der Autobahn haben, soweit sie nicht ohnehin schon gesperrt ist. Die Autobahnbrücke in der Flutrinne steht unmittelbar vor der Überflutung, dann wird hier wohl die A4 komplett gesperrt.

              Mich betrifft es als "ehemaligen" Laubegaster Anwohner etwas mehr.

              Toll, du wohntest da mal und nimmst dir jetzt das Recht heraus zu sagen, dass es mich nicht so sehr betrifft? Ehrlich, wie weit geht deine Arroganz noch? Ich war gestern in Kleinzschachwitz (Nachbarstadtteil von Laubegast) und habe dort Dämme gebaut, die heute wohl schonwieder überflutet sind, weil das Wasser unaufhaltsam steigt. Und dann sagst Du mir, es würde mich nicht betreffen? Ich bin froh darüber, dass deine ehemaligen Anwohner da eine ganz andere Meinung vertreten, sie waren dankbar, als wir gestern zu ihnen kamen. Aber ich wohne ja nur auf einem Hügel und mache auf Mitleid ...

              Leider kann ich momentan nicht mithelfen, da ich nicht in Dresden weile, würde es aber gern tun.

              "gern tun" hilft niemand in Dresden. Entweder du hilfst mit, in welcher Form auch immer, oder du lässt es. "gern tun" ist keine Hilfe. Unterstützung, ob personell, technisch oder finanziell dagegen schon. Es wird Wochen dauern, bis hier wieder halbwegs die nötigsten Dinge funktionieren, es bleibt also noch genug Zeit für dich, aus dem "tun" und "machen" zu machen.

              Und es tut mir leid, wenn du nicht fähig warst, bist, jemals sein wirst, meinen "zugegeben" bösen witz zu ignorieren. Einige andere, bin ich mir sicher

              Nenne mir auch nur einen einzigen Menschen, der in dieser Woche hier in Dresden mitgeholfen hat und diesen Witz in irgendeiner Art und Weise lustig oder zumindest nicht unpassend findet. Du wirst keinen, wirklich KEINEN, finden können. Für dich sind die Berichte im Fernsehen oder meine Postings hier weit weg, aber wenn du selbst hier wärst, dann spätestens wüßtest du, wieviele hilfsbereiten Menschen du mit solchen "Witzen" auf die Füße trittst. Bitte denk darüber mal nach. In einigen Monaten werden vielleicht auch wir wieder darüber lachen können, im Moment ist es ein Schlag ins Gesicht.

              Bei einem wär ich mir auch sicher, den Dresdnern, den das Wasser bis zum Kragen in der Wohnung steht, sind im Moment die Kunstsammlungen relativ egal.

              Gut, ich schaue gerade hier aus dem Fenster, es ist jetzt 25°C, Wasser ist im Umkreis von 150m auch keines (im Normalzustand sind es von hier zur Elbe 1,5km), warum gehe ich nicht einfach in den Garten und sonne mich etwas? Die Kunstgalerie "Alte Meister" interessiert mich nicht sonderlich (stimmt wirklich), in die Semperoper gehe ich höchstens mal aller paar Jahre, also was interessiert mich das Leid anderer? Nun, ich denke so nicht und es freut mich, dass es zehntausende Menschen hier in Dresden gibt, die es auch nicht so sehen.

              Verstehe es, wie du willst, wenn du n persönliches Problem hast, wende dich an meine eMail-Adresse - mit deinem richtigen Namen, sonst kann und werde ich dich nie für voll nehmen.

              Ich habe kein persönliches Problem, bei dessen Lösung du mir behilflich sein könntest. Und es scheint so, als könntest und, was viel schlimmer ist, willst du nicht bei den Problemen bzw. deren Beseitigung mithelfen, mit denen deine Heimatstadt und ihre Bewohner derzeit zu kämpfen haben. Stattdessen "glänzt" du hier durch eine, angesichts der Lage in Dresden kaum zu ertragenden Arroganz.

              [..der jetzt mal wieder in der Heimat nach dem Rechten frägt...]

              Der Stadtteil Dresden-Laubegast wurde heute nacht 02:00 Uhr (teilweise) evakuiert, also wundere dich bitte nicht, wenn du da niemand erreichst. Und wundere dich nicht, wenn das Mobilfunknetz nicht funktioniert, es ist in großen Gebieten der Stadt Dresden sehr stark belastet.

              P.S. Die Dresdner Bevölkerung hat bereits ein massives Problem - Hochwasser - wir brauchen nicht noch das Problem der Möchtegern-Mitleider.

              Das "wir" steht dir nicht mehr zu. In der Art und Weise, wie du dich hier mehrfach geäußert hast, kann man nicht erkennen, dass es wirklich noch angemessen ist, vom "wir" zu sprechen. Ich dusche jetzt kurz (habe ich zum letzten Mal am Mittwoch abend getan, sorry) und dann fahre ich zur Hansastraße, um weiter Sandsäcke zu füllen. Dort stehen wir, d.h. hunderte von Dresdnern, dann und helfen mit, die Schäden so niedrig wie nur irgendwie möglich zu halten. Wenn ich für dich nur ein "Möchtegern-Mitleider" bin, dann ignoriere bitte dieses und meine folgenden Postings. Nutze die Zeit lieber, um dir aktuelle Informationen über die Lage hier zu beschaffen und du wirst bemerken, wie "sehr plastisch-künstlich-aufsehenerregend" meine Schilderungen sind. Vielleicht bemerkst du aber auch, dass es die Realität in dieser Stadt seit einigen Tagen ist und spätestens dann solltest du mal etwas intensiver über deine Äußerungen der letzten Stunden hier
              nachdenken.

              Übrigens, hier noch einige Tatsachen, ganz objektiv:
              -seit zwei Tagen wird gesagt, der Scheitel des Hochwassers sei in wenigen Stunden erreicht, letzte Meldungen legen sich nun auf morgen früh fest, davor war schon von Do nachmittag, Do nacht ... die Rede
              -"In Dresden sind alle Gebiete, die vom Wasser eingeschlossen werden könnten, evakuiert. Gleichermaßen sind bedrohte Krankenhäuser und Pflegeheime geräumt worden. Die Evakuierungsaktion ist in der Geschichte der Bundesrepublik beispiellos."
              -um 16:00 Uhr war der Pegel bei 9,21m, zum Vergleich hier einige historische Pegelstände: http://www.dresden-online.de/index.php3/2210_1_1.html?g=3
              -"Aufgrund des steigenden Pegels mußten alle Elbbrücken für den Individualverkehr gesperrt werden. Die Brücken dürfen nur noch von Rettungskräften, Einsatz- und Versorgungsfahrzeugen genutzt werden."

              usw.

              Es sollte nicht schwierig sein, weitere Informationen zu diesem Thema zu bekommen und dann kann man ja entscheiden, ob es mir hier um "Möchtegern-Mitleid" geht oder ob es mir eine Bitte um Hilfe und Unterstützung ist.

              1. hi,

                es ist schade, daß hier ein kleiner "Streit" angefangen hat. Allerdings ist der Hinweis, daß wir hier im Forum die Leute, die wir ernstnehmen möchten, auch gerne mit Namen kennen  -  oder wenigstens mit einem Nicknamen. Trotz deines Engagements, das ich nicht zu bezweifeln habe, bist du als "Dredsner" ganz einfach anonym und erwirbst dir nicht genug Sympathien, solange du anonym bleibst und bei postings so konsequent, wie du das tust, auf eine Anrede oder wenigstens ein "hallo" und auf eine Unterschrift verzichtest. Dieser "Stil" wird von mir und einigen anderen auch gerne kritisiert.

                Ich habe eben endlich mit meiner Schwester in Dresden telefonieren können. Jetzt (schau auf die Uhrzeit) plätschert die Elbe vor ihrer Haustür. Das Diakonissenkrankenhaus, in dem sie die Finanzen verwaltet, ist evakuiert (das haben die Fernsehsender bisher nicht wörtlich ausgesagt) und "abgesoffen".  -  Ich erwähne das nur nochmals, damit du mir glaubst, daß ich zu Dresden mehr als nur eine "Medienbeziehung" habe.

                Zu meiner Ausgangsfrage und deiner ersten Antwort: nein, natürlich konnte ich nicht wissen, daß die Server, auf denen "Dresden.de" liegt, betroffen sind und nicht mehr funktionieren mögen. Selbstvewrständlich ist dann "so etwas" immer ein Grund, auch ein großes und international wichtiges Städteportal mal für eine Weile vom Netz zu nehmen. Wenn man aber noch Ausweichmöglichkeiten hat und die Adsresse nicht vollkommen vom Netz nehmen muß, wäre dann ein entsprechender Hinweis auf der Portalseite wichtig gewesen. _Das_ ist eigentlich mein Problem dabei: wäre da ein Hinweis, meinetwegen auch als alert-Anzeige, vorgeschaltet: "aufgrund der Hochwassersituation sind unsere Sever ausgefallen, wir können aktuell nur die Pegelstände bekanntgeben"  -  ja, dann hätte ich meine Frage nicht gepostet.

                Man könnte ja auch die verbliebene Serverkapazität dafür nutzen, die teilweise irrigen Meldungen der Medien geradezurücken. Ich nehme an, daß außerhalb Dresdens kaum jemand weiß, daß für die Überflutung des Hauptbahnhofs und der Prager Straße gar nicht die Elbe, sondern die Weißeritz verantwortlich war. Dieses normalerweise winzige Flüßchen hat sich lediglich sein altes Flußbett wiedergesucht, das es vor rund 500 Jahren mal gab ...

                Inzwischen klingt das, was man zu hören bekommt, insofern hoffnungsvoll, als in Usti und im Moment auch in Schöna die Pegel nicht mehr steigen. Das heißt, vielleicht gegen drei Uhr morgen in der Frühe wird es auch in Dresden nicht mehr weiter steigen, aber bis dahin ...

                mit den besten Wünschen

                Christoph S.

                1. Hallo Christoph

                  _Das_ ist eigentlich mein Problem dabei: wäre da ein Hinweis, meinetwegen auch als alert-Anzeige, vorgeschaltet: "aufgrund der Hochwassersituation sind unsere Sever ausgefallen, wir können aktuell nur die Pegelstände bekanntgeben"  -  ja, dann hätte ich meine Frage nicht gepostet.

                  Diese Frage, Christoph, zeigt, dass du immer noch nicht verstanden hast, was hier eigentlich los ist. Du erfasst nicht, dass es hier keinen Menschen interessiert ob die Website des Heimatortes läuft oder nicht. Hier im Hochwassergebiet beschäftigen uns ganz andere Fragen. Eine Website muss in dieser Situation lediglich Informationen zur aktuellen Lage geben und genau das tut sie. Du kannst mir glauben, mehr muss sie hier nicht leisten.

                  Für uns, die nach Dresden kommen, ist diese Seite so ziemlich die einzige Informationsquelle (Gehe mal auf www.grossenhain.de oder www.riesa.de oder auch www.riesa-grossenhain.de, dann verstehst du wovon ich rede). Die Pegelstände in Dresden geben uns einen Anhaltspunkt, wie es bei uns später aussehen wird.
                  "Vergessen" wird von den Medien und den Ortsfremden nämlich, dass nicht nur Dresden und Meissen abgesoffen sind. Außer Dresden-Meissen-Riesa-Mühlberg-Torgau ... gibt es unzählige Elbdöfer.
                  Zwischen Meissen und Riesa ist, außer Merschwitz (wo ich wohne) und Leckwitz gleich daneben, jedes Dorf abgesoffen. Das wir es noch nicht sind ist einzig der Tatsache geschuldet, das einige Dämme kurz vor Riesa gebrochen sind und ein Teil des Wassers in eine Niederung abgeflossen ist.
                  Unser Dorf liegt an einem Steilufer der Elbe. 30 cm haben wir noch bis zum Überlauf. Das Ufer ist massiv unterspült und kein Mensch weiß, wann es abzurutschen droht. Sandsäcke helfen hier nicht und wenn dass passiert, dann sind einige Häuser hier nicht mehr zu retten. Die stehen dann nicht einfach mehr nur bis zum Hals im Wasser, wie es für etwa 12 Häuser unseres Ortes der Fall ist. Die werden dann einfach in die Elbe gespült. Wasser und Strom haben sie sowieso schon nicht mehr, da die Verteiler überspült sind. Die Anwohner dort haben nur noch Angst und die Hoffnung, dass sie ungeschoren davon kommen.

                  Ich schreibe das nur, damit dir klar wird, dass die Menschen weder Kraft noch Zeit haben, sich um solche Nebensächlichkeiten zu kümmern.
                  Ich habe es aber auch geschrieben, damit deutlich wird, dass nicht nur die genannten Städte betroffen sind, sondern das gesamte Elbtal mit seinen vielen kleinen Dörfern. Das hier genauso gekämpft wird wie in Dresden. Das hier die Folgen genauso schlimm sind.

                  Ich habe an der Kasse im Supermarkt heute folgendes Gespräch gehört:

                  Wenn ihr Hilfe beim Auspumpen braucht sagt bescheid.
                  Antwort (ganz ruhig geben): Dafür ist es schon zu spät.

                  Viele Grüße

                  Antje

                  PS: Nein, meine Familie und ich sind nicht bedroht, solange die Kanalisation nicht das Hinterland (andere Straßenseite, gleiche Höhe) flutet. Mein Schwager weiß aber bereits, dass seine Wohnung mit Wasser und Schlamm gefüllt ist.

                  1. Antje,

                    Diese Frage, Christoph, zeigt, dass du immer noch nicht verstanden hast, was hier eigentlich los ist

                    Nimms bitte nicht übel, wenn ich widerspreche.  Doch, ich weiß, besser als vielleicht mancher andre, was im Elbtal "los" ist. Und nicht nur dort. Ein Haus in Kipsdorf, in dem ich mehrfach im Jahr zu Gast bin/war, gibt es nicht mehr, Freunde in Meißen, Rathen, Gößnitz erreiche ich seit Tagen nicht. Nicht einmal das Grab meines Vaters ist noch "trocken". Meine 75jährige Mutter, die unmittelbar (in 20 Meter Entfernung) neben der Mulde in Zwickau wohnt, ist der unmittelbaren Lebensbedrohung nur dadurch _aus Versehen_ entgangen, daß sie am Tag vor der ersten großen Flutwelle zu einer vierzehntägigen Reise aufgebrochen ist. Sie hat, als Urlauberin auf einem Kreuzfahrtschiff, über den Bordfernseher so nebenbei erfahren, daß das Haus, in dem sie wohnt, unterspült wurde und in den nächsten Wochen möglicherweise abgerissen werden muß.
                    Einer meiner ehemaligen Kommilitonen ist chirurgischer Oberarzt in Dippoldiswalde, ein anderer ist Internist in einem inzwischen evakuierten Dresdner Krankenhaus. Und gerade von diesen beiden weiß ich, daß sie nach teilweise mehr als 60 Stunden ununterbrochenem Dienst einfach als "Einschlafdroge" nochmal auf "dresden.de" schauen wollten. Sie bekamen nur das zu lesen, was sie ohnehin schon mehr als zwei Tage um den Schlaf gebracht hatte.
                    Nein, ich denke nicht, daß ich "nicht verstanden" hätte, was im Elbtal bzw. in Sachsen passiert ist.

                    Du erfasst nicht, dass es hier keinen Menschen interessiert ob die Website des Heimatortes läuft oder nicht. Hier im Hochwassergebiet beschäftigen uns ganz andere Fragen.

                    Nochmals, und mit der herzlichen Bitte um Verständnis: doch, das erfasse ich durchaus. Versuch es bitte in ein paar Tagen oder Wochen, wenn sich die unmittelbare Bedrohung gelegt haben wird (ich kann verzweifelt wenig dazu beitragen), nochmal zu durchdenken. Ich habe es, vielleicht etwas unbeholfen, in meinem Ausgangsposting zu artikulieren versucht: es ging mir in meinem Ausgangsposting ausdrücklich nicht um die "menschliche Dimension", sondern ausschließlich um das, was ich, als "Nicht-Betroffener" online aufrufen kann. Glaube mir bitte, daß mir eine scharfe Grenzziehung schwer fällt; aber ich muß das selber so genau unterscheiden, um nicht ganz und gar depressiv zu werden. Es nutzt doch nix, wenn ich anfangen wollte, hier in Berlin-Mitte Sandsäcke zu füllen. Das hätte in Dresden Sinn, aber ich bekomme zur Zeit nicht einmal einen Fahrschein bei der Bundesbahn.

                    Eine Website muss in dieser Situation lediglich Informationen zur aktuellen Lage geben und genau das tut sie. Du kannst mir glauben, mehr muss sie hier nicht leisten.

                    wenn du das in diesen schwierigen Tagen noch differenzieren kannst: genau _das_ war der Ansatz meines Threads. Für die regional Betroffenen _muß_ selbstverständlich diese Information gegeben werden, das stelle ich absolut nicht in Frage. Nur: ich habe von (Internet-)Bekannten aus Australien und Japan bereits vorsichtige Nachfragen bekommen, ob es Dresden überhaupt noch gibt ... Die Adresse "dresden.de" hat eben nicht nur regionale, sondern internationale Bedeutung und sollte, wenn möglich, dem Informationsbedürfnis _aller_ möglichen Besucher entgegenkommen, weltweit. Sehr grob ausgedrückt: falls du auf die Idee kommst, aus einem diffusen Informationsbedürfnis heraus die Seite http://www.svkul.cz/ aufzurufen, bekommst zwar auch als erstes Pegelstände angezeigt, aber dann immer noch ein paar Stadtinformationen zu Usti nad Labem, und wenn du http://www.praha-mesto.cz/ aufrufst, gibt es immer noch wenigstens einen Stadtplan. Und _das_ habe ich mit meinem Ausgangsposting ansprechen wollen, nichts anderes. Du wirst mir auch aus deiner Perspektive heraus zugestehen, daß Prag und Usti nad Labem durchaus "betroffen" sind.

                    "Vergessen" wird von den Medien und den Ortsfremden nämlich, dass nicht nur Dresden und Meissen abgesoffen sind. Außer Dresden-Meissen-Riesa-Mühlberg-Torgau ... gibt es unzählige Elbdöfer.

                    Ich hoffe, ich habe deutlich machen können, daß ich keineswegs "vergessen" habe, daß es außer Dresden auch noch andere schlimm zugerichtete oder zerstörte Gemeinden gibt.

                    Zwischen Meissen und Riesa ist, außer Merschwitz (wo ich wohne) und Leckwitz gleich daneben, jedes Dorf abgesoffen. Das wir es noch nicht sind ist einzig der Tatsache geschuldet, das einige Dämme kurz vor Riesa gebrochen sind und ein Teil des Wassers in eine Niederung abgeflossen ist.

                    Ja ... einer meiner Berliner Freunde hat im März genau in dieser "Niederung" ein Stückchen Land erworben, sämtliche Ersparnisse in Baumaterialien gesteckt, mit denen er eine "Datsche" bauen wollte. Das ist alles auf Nimmerwiedersehen davongeschwommen.

                    Ich schreibe das nur, damit dir klar wird, dass die Menschen weder Kraft noch Zeit haben, sich um solche Nebensächlichkeiten zu kümmern.

                    Ja, Antje, und zum drittenmal auch von meiner Seite aus die Bitte um Versträndnis: daß die unmittelbar Betroffenen "weder Kraft noch Zeit haben, sich um solche Nebensächlichkeiten zu kümmern" bedarf keiner Diskussion. Es gibt jedoch bei einer international wichtigen Adresse zwischen Grönland und Madagaskar noch asllerhand andere, die eventuell auf diese Adresse stoßen könnten und dann vielleicht schlußfolgern könnten, daß es nicht lohnt, "dresden.de" jemals wieder anzuwählen. Das ist in "Internetdimensionen" genauso schädlich wie in den "physikalischen Dimensionen" der aktuellen Flutkatastrophe.

                    Ich habe an der Kasse im Supermarkt heute folgendes Gespräch gehört:
                    Wenn ihr Hilfe beim Auspumpen braucht sagt bescheid.
                    Antwort (ganz ruhig geben): Dafür ist es schon zu spät.

                    Meine Schwester hat mir vorhin am Telefon eine ähnliche Episode erzählt. Sie hat das allerdings bei einem Fleischer erlebt, bei dem das Elbwasser bereits wenige Zentimeter unter der Warenauslage stand. Die Verkäuferin hat ihr gesagt: "nehmen Sie doch bitte noch drei Kilo Lammfleisch mit, ehe wir es ans Wasser verlieren  -  und laden Sie meinen Chef zum Abendessen ein".  -  Meine Schwester hat den "Chef" und die Verkäuferin eingeladen, aber beide sind nicht gekommen.

                    Liebe Antje, nimms bitte nicht übel und versuche auch du, zu verstehen, wie schwer es jemandem fallen muß, der nicht im Elbtal lebt, wenigstens intellektuell nachzuvollziehen, was in diesen Tagen bei euch passiert. In einem "Medium", wie es letzten Endes das Forum auch ist, können wir nicht mehr, als über etwas reden -  selbst wenn es um die erschreckenden Zustände entlang der Elbe geht. Ich würde lieber zum Sandsäckestapeln nach Dresden fahren als zum Oilzesammeln in die Brandenburger Wälder  -  aber ich kann es nicht. Und auch ich muß mit diesem Zwiespalt irgendwie fertigwerden..

                    (wenn ich dürfte, würde ich dich jetzt ein bissel knuddeln, ganz vorsaichtig)

                    Christoph S.

                    PS: ich bin froh, in deinem posting zu lesen, daß du (bisher) keine existenzielle Schgäden erlitten hast. Wir können darüber reden, wenn wir uns das nächstemal sehen.
                    Übrigens gehört ein solcher Thread wie dieser hier _eigentlich_ in die "Lounge". Ich halte es jedoch für vollkommen richtig und angemessen, ihn hier im "großen Forum" zu führen.

                    1. hi

                      falls du auf die Idee kommst, aus einem diffusen Informationsbedürfnis heraus die Seite http://www.svkul.cz/ aufzurufen, bekommst zwar auch als erstes Pegelstände angezeigt, aber dann immer noch ein paar Stadtinformationen zu Usti nad Labem, und wenn du http://www.praha-mesto.cz/ aufrufst, gibt es immer noch wenigstens einen Stadtplan.

                      damit die Gaffer wissen, wo's die besten Schnappschüsse gibt?

                      sprachlos

                      Kai

                      1. hi

                        falls du auf die Idee kommst, aus einem diffusen Informationsbedürfnis heraus die Seite http://www.svkul.cz/ aufzurufen, bekommst zwar auch als erstes Pegelstände angezeigt, aber dann immer noch ein paar Stadtinformationen zu Usti nad Labem, und wenn du http://www.praha-mesto.cz/ aufrufst, gibt es immer noch wenigstens einen Stadtplan.

                        damit die Gaffer wissen, wo's die besten Schnappschüsse gibt?

                        sprachlos

                        Kai

                        Hallo,
                        vermutlich schreiben Christoph Schnauß und der Dresdener ihre Postings, um
                        *irgendwie* mit ihren Emotionen fertig zu werden. Sie sind zutiefst betroffen, auch wenn sie selbst nicht in Lebensgefahr sind und nicht ihr Hab und Gut verloren haben. Wohl dem, der in seelischen Notsituationen nicht alles nur in sich reinfrißt, sondern versucht, sich anderen Menschen mitzuteilen, um sich die Last von der Seele zu reden.
                        Und da sollte man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.
                        Erschüttert bin ich über diesen *schwarzen Humor* von Frank - das ist wirklich nicht komisch, sondern zynisch. Es lohnt nicht, auch nur ein weiteres Wort darüber zu verlieren. Nicht weiter mit diesem Menschen streiten, einfach ignorieren!
                        Die Gefahr ist noch nicht gebannt, die Fluten wälzen sich stromabwärts. Weitere Städte und Dörfer sind bedroht. Wie werden die Menschen diese Katastrophe verkraften? Verzweifelt, standhaft, mutig.....?

                        fassungslos
                        erika

                        1. hi

                          Die Gefahr ist noch nicht gebannt, die Fluten wälzen sich stromabwärts. Weitere Städte und Dörfer sind bedroht.

                          wie Wahr...
                          Bleckede:

                          Deichhöhe 10meter
                          befürchtet 11,6meter

                        2. hallo erika,

                          vermutlich schreiben Christoph Schnauß und der Dresdener ihre Postings, um *irgendwie* mit ihren Emotionen fertig zu werden. Sie sind zutiefst betroffen, auch wenn sie selbst nicht in Lebensgefahr sind und nicht ihr Hab und Gut verloren haben

                          genau das ist es, und ich könnt dich knuddeln dafür, wenn mir nach Knuddeln zumute wäre.

                          Hier in Berlin merke ich bisher vom ganzen Sintflutgeschehen fast nichts  -  die Spree ist um lächerliche 12 Zentimeter angestiegen. Das birgt lediglich die Gefahr, daß sich in Teilen der Spree und Havel die Fließrichtung umkehrt, weil das Gefälle zwischen den brandenburger Flußabschnitten und den berliner Teilen so gering ist. Daß der  Alexanderplatz, über den ich jeden Tag mehrfach mitm Fahrrad fahren muß, mit zwei Meter brauner Brühe überflutet werden könnte (wie es dem Postplatz in Dresden passiert ist), ist völlig unvorstellbar  -  aber es war ja auch in Dresden unvorstellbar, daß der Postplatz in Hochwasser ertrinken könnte.

                          Meine "seelische Verfassung" bessert sich etwas, seit ich weiß, daß Dresden nun offenbar den Scheitelpunkt des Hochwassers hat erleben müssen/dürfen, und die Pegelstände nicht mehr steigen. Gleichzeitig kommen andere, lang schon zurückgehaltene Fragen hoch: in Bitterfeld habe ich keine Verwandten oder Freunde, und auch am Jangtse in China (wo es offenbar noch schlimmere Zustände gibt) gibt es keine individualisierbaren Menschen, deren Leid mich unmittelbar betreffen würde. _Das_ sehe ich dann wieder am Fernseher fast emotionslos, _davon_ bin ich nicht mehr betroffen. Warum eigentlich? Was gilt "mein Leid" gegenüber dem tausendfachen Leid anderer Menschen, und seien sie auch noch so fern?

                          Was mich am meisten bewegt und regelrecht "verstört" hat (obwohl ich mit meinen 50 Lebensjahren doch so etwas müßte wegstecken können) ist: die Flut hat selbst die Begrabenen nicht verschont. Kein Fernsehsender hat es bisher gewagt, davon zu sprechen, daß auch Friedhöfe von der Flut aufgerissen wurden. Meinen Vater hat es nur wenige Zentimeter aus seinem Grab gehoben, inzwischen ist er zurückgekehrt an die Stelle, an der er gewünscht hatte, ruhen zu können...

                          Die Gefahr ist noch nicht gebannt, die Fluten wälzen sich stromabwärts. Weitere Städte und Dörfer sind bedroht

                          Diese Städte und Dörfer haben gegenüber dem, was wir aus dem Elbtal erfahren mußten, einen unschätzbaren Vorteil: sie haben, wenn auch sehr wenig, Zeit gehabt, sich darauf vorzubereiten. Sie tun es auch, wenn ich den Fernsehberichten glauben darf. Das Erbärmlichste ist daran, daß in evakuierten Stadtteilen die Polizei dafür sorgen muß, daß keine Plünderungen stattfinden.

                          Den "Katastrophentourismus" scheint man übrigens wenigstens in Dresden einigermaßen im Griff zu haben. Auch meine Schwester, die nun wirklich eine "Dresdnerin" ist, kann nirgends mehr einkaufen gehen, ohne wenigstens nach hundert Metern Fußweg ihren Personalausweis vorzuzeigen. Die Polizeigewalt ist zumindest teilweise und natürlich zeitlich beschränkt an die Armee übergeben worden  -  und die davon unmittelbat betroffen sind, empfinden das als ebenso lästig wie als richtig.

                          Christoph S.

                          PS: in den waldähnlichen Gebieten rund um Berlin sieht es so aus, als ob es erneut ein "Superpilzjahr" geben würde. Vor allem Perlpilze, Steinpilze, Birkenpilze wachsen in ungeahnten Mengen, jetzt schon. Das wirkt wie Hohn, obwolh dieser "menschlche Maßstab" hier natürlich nicht angemessen ist.

                          1. hi

                            Diese Städte und Dörfer haben gegenüber dem, was wir aus dem Elbtal erfahren mußten, einen unschätzbaren Vorteil: sie haben, wenn auch sehr wenig, Zeit gehabt, sich darauf vorzubereiten.

                            wenn man weiß, was man erwarten darf, wäre es auch mal nett. Hier oben gibt es alle 5 Minuten Berichte, wie hoch das Wasser wohl in Dömitz und Lauenburg steigt und das es wohl auf der Ost-Seite in Neuhaus und Boizenburg eng wird. Hitzacker und Bleckede scheinen aber für die Berichterstattung gar nicht mehr zu existieren - sind ja auch nur im Westen, wo kein Schwein gegen sowas versichert ist.

                            Grüße aus Bleckede

                            Kai

              2. Hallo,

                dein Aufgebrachtsein kann ich nicht so ganz nachvollziehen.

                Mag sein, daß ich mit meinem Statement "diese häßlichen Bilder" vielleicht etwas aus dem rahmen gefallen bin, ich habe aber gehofft das mein PS entsprechend ernstgenommen und deshalb der leichte nicht grundlose Zynismus ignoriert wird.

                Mit deinen Kenntnissen was in Sachen des Dresdner WWW-Servers vorausgegangen ist, scheinst du fachlich begabt zu sein, und das deutet zusammen mit dem Verkehren auf diesem Board auf einen Regular hin. Und deshalb frage ich mich, warum so anonym??? Willst du dann mit uns unter deinem normalen Namen ein bisschen Mind-Play spielen??

                Und noch etwas, bei Katastrophen gibt es immer Personen wie dich, die nicht persönlich - in dem Sinne, das deine ganze Existenz einfach so mit Wasser gefüllt wird - von dem Unheil betroffen sind und sich dann aufspielen wie du. Wenn deine Existenz nicht auf dem Spiel steht und du auch nichts verloren hast, dann kann man dein gespieltes Bedauern über die kulturellen Verluste der Gemeinschaft nachvollziehen.

                Was meinst du warum ich "ehehamliger" Laubegaster geschrieben habe?? So mit Anführungszeichen?? Weil vielleicht mein vor einem viertel Jahr fertiggewordenes Eigenheim da jetzt im Eimer ist - soweit ich es von meinen Freunden und Nachbarn erfahren konnte - und mir persönlich ist es egal, dass die Instrumente und die untere Bühne der Semperoper geflutet sind. Was mich hier interessiert sind meine Nachbarn, ob es denen gut geht, wann wir wieder in unsere Wohnungen und Häuser können, wie hoch die Schäden sind, wie die und wir wieder auf die Beine kommen und aber nicht so ein sch...ss Dresden.de Server. Denn dort (öffentliche Kultur) greift eher die öffentliche finanzielle Unterstützung als beim einfachen Bürger. Ich stehe hier nämlich vor dem NICHTS und habe darüber hinaus einen Kredit am Hals, den ich für nix und wieder nix zurückzahlen muß. Wir hilft mir hier?? Du? Bestimmt nicht! Du bist ja schon zu feige deinen wirklichen Namen zu nennen.

                Ich bin vielleicht auch besser im Bilde über die aktuelle Lage als du. Was sag ich dir das? Du schwimmst auf deiner Pseudo-Welle über allen Dresdnern.

                Warum ich nicht helfen kommen kann? Wie du schon sagtest, ich komme ja gar nicht dort in die Nähe, trotz meines DD-Kennzeichens am Auto.
                Desweiteren hängt meine verbleibende Existenz an meiner Tätigkeit hier. Das kapierst du aber eh nicht.

                Deshalb meine Empfehlung: Laß dein anonymes Geschwafel "du trittst den Dresdner helfern auf die Füße... ein Schlag ins Gesícht für uns Dresdner.. bla bla", das hebt dich nicht von meiner angeblichen Arroganz ab. Oder diskutiere unter einem echten Namen mit.

                Deine Antwort, egal unter welchem Namen/Pseudonym, werde ich noch lesen, aber selber zu diesem Thema werde ich nicht mehr antworten.
                Ich habe keine Lust den Charakter dieses Boards durch Streits verkommen zu lassen, du vielleicht eher, denn zu einer Klärung per Mail bist du auch nicht fähig. Und ja du hast ein Problem, du fühlst dich 1. wichtig und 2. unantastbar hinter deinem Anonym.

                An Kai: ich glaube nicht, daß der Prager Stadtplan für die Gaffer gedacht ist.

                Tschau, ende des Topics von meiner Seite.
                Frank

  2. Dresden hatte eines der wenigen in manchen Details validen Städteportlae (nein, _alles_ war da auch nicht ganz W3C-konform). Ich habe die Seite gern besucht, Dresden ist eine wunderschöne Stadt. Aufgrund der fürchterlichen Hochwassersituation haben sie aber jetzt ihre Adresse so umgestellt, daß man auf http:www.dresden.de _nur noch_ die aktuellen Hochwssermeldungen bekommt, alle anderen Navigationslinks des Städteportals sind disabled.

    Viele Server in der Stadt Dresden, so auch der WWW-Server dresden.de bzw. die notwendige Infrastruktur wurden Anfang dieser Woche schwer in Mitleidenschaft gezogen, als Schäden von mehreren hundert Millionen € allein hier in der Stadt entstanden. Z.Bsp. auch bei der Infrastruktur der SZ und deren Internetangebot http://www.sz-online.de/ gab es Totalausfälle und es sind jetzt oder waren nur Notseiten verfügbar.
    Die Website www.dresden.de ist in erster Linie auch für uns, die Dresdner Einwohner, ein wichtiges Informationsmedium und mich interessiert es derzeit, entschuldige die Ausdrucksweise, einen Scheiss, was es da für Sportangebote in der Stadt gibt oder wo ich online mein Lagerfeuer an der Elbe anmelden kann.
    Entscheidend ist für uns Dresdner, wo im Moment Hilfe benötigt wird, welche Stadtteile gerade evakuiert werden und wie hoch der Pegel der Elbe ist. Im Moment liegt er schon deutlich über allen Werten, die jemals hier in Dresden seit Beginn der Aufzeichnung im 19.Jhd gemessen wurden.

    Nicht einmal http://www.newyork.com hat im September vorigen Jahres seine Inhalte temporär "unsichtbar" gemacht ...

    Damals war der Server http://www.wtca.org/ betroffen, der sich im WTC befand und dort gab es genauso einen wochenlangen Totalausfall. Auch hier in Dresden war höhere Gewalt für den Ausfall von dresden.de verantwortlich und ich bin heilfroh, dass wir diese Notseite haben, auf der wirklich alle wichtigen Informationen stehen.

    Darf man die Internetrepräsentation dieses "Kulturerbes" wegen aktueller Katastrophensituation dem Internet entziehen?

    Frage das Hochwasser, es war kein Mensch, der diese Website "vom Netz genommen" hat.
    Vor genau diesem Hochwasser mußten in der letzten Nacht zahlreiche Hilfskräfte die Semperoper, den Zwinger und viele weitere weltberühmte Bauten in der Dresdner Innenstadt aufgeben und ihrem Schicksal überlassen. Zur Stunde werden hier alle (!) Elbbrücken für den zivilen Verkehr gesperrt, der ÖPNV wurde ohnehin schon vor vielen Stunden komplett eingestellt, nachdem er seit Anfang der Woche völlig chaotisch verlief. Welche Folgen solche Massnahmen in einer Stadt mit einer halben Million Menschen nach sich ziehen, kann sich niemand erahnen, der nicht hier ist.

    Aber das Internet ist eine Kommunikationsplattform. Darf man dieser weltweit gültigen Adresse "Dresden.de" ihre teilweise durch Jahrhunderte hindurch legitimierten essentiellen Informationen aufgrund eines noch so katastrophalen augenblicklichen Geschehens temporär entziehen?

    Da du die Hintergründe nicht kanntest, halte ich dein Anliegen für berechtigt. Nachdem ich ja jetzt einiges geschrieben habe, sollte klar sein, dass wir uns hier in Dresden gegenwärtig über alles freuen, was irgendwie einigermassen funktioniert und wenn am Ende nur noch die Höhe des Pegels auf dresden.de stehen sollte, es ist besser als nichts.

    Jetzt werde ich mich nach draussen begeben und obwohl ich kilometerweit von der Elbe entfernt wohne, wird es sicher ganz in der Nähe eine Stelle geben, wo Sandsäcke gefüllt oder verbaut werden. Hoffentlich ist es über Nacht gelungen, neue Sandsäcke ranzuschaffen, die sind hier Mangelware. Da werden die Einkaufstüten und -beutel aus den örtlichen Supermärkten genauso mit Sand gefüllt wie die Beutel für den grünen Punkt oder sonstige sackförmige Behältnisse.

    An dieser Stelle wünsche ich auch den Gemeinden elbabwärts bis nach Naumburg (dort endet die sehr kritische Region, danach sollte es nicht mehr zu schlimm werden) viel, viel Glück wünschen. Die Dresdner wissen, was noch auf euch zukommt und wir hoffen, dass ihr genügend Zeit habt, euch darauf vorzubereiten.

  3. Meine Frage ist nun: ist das korrekt, wenn man ein wenn auch noch so fürchterliches Naturereignis durchstehen muß dann sein Städteportal _nur noch_auf das aktuelle Katastrophengeschehen fokussiert? Nicht einmal http://www.newyork.com hat im September vorigen Jahres seine Inhalte temporär "unsichtbar" gemacht ...

    Auch als Nicht-Dresdener (Hannoveraner) schließe ich mich meinen Vorredner an.

    Eine Webseite ist jetzt so sicherlich das letzte, womit sich die Dresdender befassen wollen (Bis auf Warnhinweise, etc.)

    Grüsse nach Dresden und an den Rest der Hochwassergeschädigten

    Thomas

  4. Innerhalb einer Stunde ist das Wasser um 12cm gestiegen, jetzt sind es 9,13m, an der tschechischen Grenze steigt es auch unaufhörlich und von da braucht es stundenlang bis hierher. Die Situation wird immer dramatischer und niemand wagt auch nur irgendeine Vorhersage, wann das Wasser aufhört zu steigen. Es ist grotesk, draussen ist strahlend blauer Himmel und Sonnenschein, während überall Sirenengeheul ist, große Polizeikräfte ganze Stadtteile zwangsevakuieren, immer höhere Dämme errichtet werden. Niemand weiß, wass in den nächsten Stunden passiert, die Durchfahrten der Elbbrücken sind fast bis oben mit der Wassermenge gefüllt, was passiert dann?

    1. Innerhalb einer Stunde ist das Wasser um 12cm gestiegen, jetzt sind es 9,13m, an der tschechischen Grenze steigt es auch unaufhörlich und von da braucht es stundenlang bis hierher. Die Situation wird immer dramatischer und niemand wagt auch nur irgendeine Vorhersage, wann das Wasser aufhört zu steigen. Es ist grotesk, draussen ist strahlend blauer Himmel und Sonnenschein, während überall Sirenengeheul ist, große Polizeikräfte ganze Stadtteile zwangsevakuieren, immer höhere Dämme errichtet werden. Niemand weiß, wass in den nächsten Stunden passiert, die Durchfahrten der Elbbrücken sind fast bis oben mit der Wassermenge gefüllt, was passiert dann?

      Hat nun nichts mit HTML zu tun:

      Inwieweit bist du denn von der Flut betroffen ?
      Steht dein Haus/Wohnung auch schon unter Wasser.

      Strom und Telefon scheinen ja noch zu funktionieren.

      Grüsse

      Thomas

      1. Hallo,

        Hat nun nichts mit HTML zu tun:

        stimmt.

        Strenggenommen ist in diesem forum aber html und co wirklich nicht das oberwichtigste, es kommt erst an zweiter Stelle, wo es auch hingehört. Denn letztendlich nutzen wir html und Co nur dafür, anderen Menschen etwas zu mitzuteilen. (ja, gut, es gibt eine Menge Seiten, die sagen gar nichts aus, aber die landen ja auch bei uns schnell in die Mülleimerecke....) ...es geht also beim benutzen des Werkzeuges html darum, was uns Menschen angeht. Ginge es hier im forum eben nur um html, hätte man auch eine geschickte datenbankabfrage basteln können, die die Rafinesse von Michaels Suchmaschine mit Elsa (wer das Program noch kennt) kombiniert. Hat der Betreiber hier aber nicht gemacht. Er wollte wohl doch, daß hier Menschen miteinander reden. So richtig echt. und da gehören solche Themen ausdrücklich hier rein. (Steht bestimmt auch irgendwo in dieser FAQ ;-)))

        Inwieweit bist du denn von der Flut betroffen ?

        ich denke, solange wir uns als "Deutsche" in dieser "Solidargemeinschaft sehen", sind wir alle ein Stück weit betroffen. Und irgendwie verstehe ich Deine frage als "Kontrollfrage", zumal mit dem Zusatz:

        Steht dein Haus/Wohnung auch schon unter Wasser.

        und der schon ironisch "kann-ja-nicht-so-schlimm-sein" klingenden Bemerkung:

        Strom und Telefon scheinen ja noch zu funktionieren.

        Kann mich aber bei der Einschätzung der letzten beiden Punkten irren, dann bitte ich um Entschuldigung.

        Chräcker

        http://www.tagesschau.de/intern/0,2048,SPM4432,00.html

        --
        SELF-TREFFEN 2002
        http://www.rtbg.de/selftreffen/
        http://www.megpalffy.org/temp/penneninhh.html

        1. ich denke, solange wir uns als "Deutsche" in dieser "Solidargemeinschaft sehen", sind wir alle ein Stück weit betroffen. Und irgendwie verstehe ich Deine frage als "Kontrollfrage", zumal mit dem Zusatz:

          Steht dein Haus/Wohnung auch schon unter Wasser.

          und der schon ironisch "kann-ja-nicht-so-schlimm-sein" klingenden Bemerkung:

          Strom und Telefon scheinen ja noch zu funktionieren.

          Kann mich aber bei der Einschätzung der letzten beiden Punkten irren, dann bitte ich um Entschuldigung

          Die Entschuldigung akzeptiere ich.
          Ich habe es weder ironisch gemeint noch in irgendeiner Art und Weise abwertend.
          Diese Unterstellung finden wirklich geschmacklos und beleidigend.

          Es sind mittlerweile 10 Menschen bei Dresden umgekommen.
          Es ist mir hier schon oft aufgefallen, dass manche Leute meinen, daß man aus einem kurzen Statement, die Persönlichkeit des Posters ablesen kann.

          Und dreht einem doch nicht immer jeden Satz im Munde/Tastatur um.
          "kann-ja-nicht-so-schlimm-sein" habe ich nämlich nicht gesagt, nicht gemeint und auch nicht im allerfernsten gedacht !!!!

          Natürlich bin ich auch als "Deutscher" betroffen. Als ich gestern abend die Evakuierungen der Krankenhäuser sah, da war ich wirklich (ich meine das sehr ernst) erschüttert.
          Ich kann meinen Teil zur Linderung im Moment dadurch beitragen, daß ich für die Opfer Spende.Und das tue ich auch.

          Ich wollte kurz, mit wenigen Zeilen, eine Frage stellen
          Ich wollte wissen, ob sein Haus betroffen ist, ob er direkt Opfer ist (bezug zu oben: ja, wir sind als Deutsche alle Opfer !!!)
          Und ich wollte wirklich wissen, ob seine Versorgungsleitungen funktionieren. Und da er hier noch posten kann, da habe ich (oh welche Auffassungsgabe meinerseits) gedacht, dass die Telefonleitung und die Stromleitung noch funktioniert.

          Ich wollte einfach kurz und bündig (es geht anscheinend nicht mehr so) wissen, wie es bei ihm "ausschaut".
          ich hätte ihm auch drei Seiten mit einfachem Zeilenabstand schreiben.
          Dort hätte auch meine Rolle als Deutscher reingepaßt. Dort hätte ich dann auch dezidiert geschrieben, dass ich es nicht ironisch meine.

          So das wars, man war ich wütend

          Ich werde meine Texte demnächst kennzeichnen:
          <ironisch> </ironisch>

          Grüsse aus Hannover und alles Gute

          Thomas

          1. Hallo,

            Die Entschuldigung akzeptiere ich.

            "trotzdem" nochmals ein dickes sorry von mir!

            Chräcker

      2. Inwieweit bist du denn von der Flut betroffen ?

        In unmittelbarer Nähe das Krankenhaus ist gestern Nacht vollständig evakuiert wurden, ich habe derzeit keine Möglichkeit, den ÖPNV zu nutzen, sofern er überhaupt noch in Betrieb ist und kann mein Stadtviertel nur über Straßen verlassen, die nicht Richtung Elbe führen und auch nicht Unterführungen (unter Eisenbahnbrücken) haben, weil die stehen schon alle unter Wasser. Sämtliche Elbbrücken sind für Zivilisten gesperrt, was sehr dramatisch ist, da nicht wenige für mich wichtige Bereiche und auch die komplette Innenstadt auf der anderen Elbseite liegen. Ausserdem natürlich permanent Sirenengeheul oder Geräusche von Hubschraubern, Transall-Maschinen oder Tornados, aber das hört man schon langsam überhaupt nicht mehr. Zivile Fahrzeuge sind hier nur sehr vereinzelt unterwegs, meist klemmt da ein Schild hinter der Frontscheibe mit der Aufschrift "Sand" o.ä., d.h. sie fahren unentwegt Sandsäcke zu den hunderte von Dämmen in den Straßen, die mittlerweile errichtet wurden.

        Steht dein Haus/Wohnung auch schon unter Wasser.

        Nein, es ist auch mehr als unwahrscheinlich, da der Stadtteil hier auf einer Art Hügel oder zumindest so hoch über dem Elbpegel liegt, dass keine akute Gefahr besteht.

        Strom und Telefon scheinen ja noch zu funktionieren.

        Hier ja, aber ich weiß sicher, dass es zehntausende Menschen in Dresden gibt, wo es nicht so ist oder die gar ihre Wohnungen/Häuser verlassen mußten. Erst heute habe ich es selbst im benachbarten Stadtteil erlebt, wie Polizeikräfte durch die Straßen mit Lautsprecherwagen fuhren und die umgehende Zwangsevakuierung der Einwohner ankündigten.

        Wie du siehst, für mich selbst besteht hier keine Gefahr, weder für Leib und Leben, noch für mein Hab und Gut. Aber es ist unsere Stadt, die da untergeht und ich lebe nicht nur hier, weil meine Wohnung zufällig hier ist, sondern weil ich diese Stadt liebe. Warum genau, kann ich nicht sagen, aber ich sehe es als Bürgerpflicht an, in dieser Situation zu helfen, so gut es nur irgendwie geht. Bis eben war ich wieder Sandsäcke füllen und Dämme erhöhen, jetzt kurze Pause und dann geht es auch schon weiter, vermutlich wieder bis tief in die Nacht hinein.

        Bitte versteht meine Postings nicht als Panikmache, sie spiegeln lediglich die Realität in einer deutschen Großstadt wieder, der im Moment hunderttausende Menschen ausgeliefert sind.

        1. Inwieweit bist du denn von der Flut betroffen ?

          In unmittelbarer Nähe das Krankenhaus ist gestern Nacht vollständig evakuiert wurden, ich habe derzeit keine Möglichkeit, den ÖPNV zu nutzen, sofern er überhaupt noch in Betrieb ist und kann mein Stadtviertel nur über Straßen verlassen, die nicht Richtung Elbe führen und auch nicht Unterführungen (unter Eisenbahnbrücken) haben, weil die stehen schon alle unter Wasser. Sämtliche Elbbrücken sind für Zivilisten gesperrt, was sehr dramatisch ist, da nicht wenige für mich wichtige Bereiche und auch die komplette Innenstadt auf der anderen Elbseite liegen. Ausserdem natürlich permanent Sirenengeheul oder Geräusche von Hubschraubern, Transall-Maschinen oder Tornados, aber das hört man schon langsam überhaupt nicht mehr. Zivile Fahrzeuge sind hier nur sehr vereinzelt unterwegs, meist klemmt da ein Schild hinter der Frontscheibe mit der Aufschrift "Sand" o.ä., d.h. sie fahren unentwegt Sandsäcke zu den hunderte von Dämmen in den Straßen, die mittlerweile errichtet wurden.

          Steht dein Haus/Wohnung auch schon unter Wasser.

          Nein, es ist auch mehr als unwahrscheinlich, da der Stadtteil hier auf einer Art Hügel oder zumindest so hoch über dem Elbpegel liegt, dass keine akute Gefahr besteht.

          Strom und Telefon scheinen ja noch zu funktionieren.

          Hier ja, aber ich weiß sicher, dass es zehntausende Menschen in Dresden gibt, wo es nicht so ist oder die gar ihre Wohnungen/Häuser verlassen mußten. Erst heute habe ich es selbst im benachbarten Stadtteil erlebt, wie Polizeikräfte durch die Straßen mit Lautsprecherwagen fuhren und die umgehende Zwangsevakuierung der Einwohner ankündigten.

          Wie du siehst, für mich selbst besteht hier keine Gefahr, weder für Leib und Leben, noch für mein Hab und Gut. Aber es ist unsere Stadt, die da untergeht und ich lebe nicht nur hier, weil meine Wohnung zufällig hier ist, sondern weil ich diese Stadt liebe. Warum genau, kann ich nicht sagen, aber ich sehe es als Bürgerpflicht an, in dieser Situation zu helfen, so gut es nur irgendwie geht. Bis eben war ich wieder Sandsäcke füllen und Dämme erhöhen, jetzt kurze Pause und dann geht es auch schon weiter, vermutlich wieder bis tief in die Nacht hinein.

          Bitte versteht meine Postings nicht als Panikmache, sie spiegeln lediglich die Realität in einer deutschen Großstadt wieder, der im Moment hunderttausende Menschen ausgeliefert sind.

          Vielen Dank für die kurze Info und auf dass der Pegel fällt....

          Grüsse

          Thomas

  5. Hallo,

    sehr interesante und weitreichende Frage.

    Die Internetseite der Stadt Dresden sollte das Sprachrohr "eben" der Stadt Dresden "in die Welt" sein. Also ein Sprachrohr der Eigentümern der Stadt, und das sind die Dresdner selber. Und die haben in der Tat im Moment, wie manche andere nicht so berühmte Städte ja auch, ganz andere Sorgen. Und diese Sorgen reichen weiter, viel weiter in die Zukunft als die von Dir angesetzten 10 Tage. Wenn die Seite ein Spiegelbild der Seelenlage seiner Eigentümer sein darf, dann finde ich diese Umstellung sehr gerechtfertigt.

    Entscheiden "dürfen" das eh nur die dresdner bzw in diesem Fall die von ihnen gewählten verantwortlichen. Ich nehme mal an, daß die Dresdner diese Umstellung mehr als gerechtfertig ansehen.

    An dieser Stelle: es gibt gute Gründe, warum Menschen sich in eine Zweckgemeinschaft begeben. Man kann sich so am besten gegenseitig helfen. Deutschland ist auch so eine Zweckgemeinschaft... in diesem Sinne:

    http://www.tagesschau.de/intern/0,2048,SPM4432,00.html

    Chräcker

    --
    SELF-TREFFEN 2002
    http://www.rtbg.de/selftreffen/
    http://www.megpalffy.org/temp/penneninhh.html

  6. Hallo christoph,

    hast Du bevor die Notseite da war mal versucht auf dresden.de zu schauen? Ich schon. Antwort war immer "nicht erreichbar".
    Nun gäbe es zwei Möglichkeiten dafür:
    1. Der Server war überlastet, was ein Abspecken sinnvoll macht (wie einst CNN und Spiegel im November)
    2. Der Server steht ungünstig und wurde von ausgefallenden Telekommunikationleitungen betroffen => Notseite liegt auf einem Ersatzserver und die Daten konnten nicht rechtzeitig kopiert werden.

    Bei Fälle begründen denke ich ganz gut eine Notseite. Und mal ehrlich, wer interessiert sich in diesen Tagen für die tollen Musen und sonstigen sehenswerten Dinge in Dresden? Müsst man doch eh im Taucheranzug anschauen...

    Grüße aus Würzburg
    Julian