Dresdner: "Notseite" der Stadt Dresden

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Dresden hatte eines der wenigen in manchen Details validen Städteportlae (nein, _alles_ war da auch nicht ganz W3C-konform). Ich habe die Seite gern besucht, Dresden ist eine wunderschöne Stadt. Aufgrund der fürchterlichen Hochwassersituation haben sie aber jetzt ihre Adresse so umgestellt, daß man auf http:www.dresden.de _nur noch_ die aktuellen Hochwssermeldungen bekommt, alle anderen Navigationslinks des Städteportals sind disabled.

Viele Server in der Stadt Dresden, so auch der WWW-Server dresden.de bzw. die notwendige Infrastruktur wurden Anfang dieser Woche schwer in Mitleidenschaft gezogen, als Schäden von mehreren hundert Millionen € allein hier in der Stadt entstanden. Z.Bsp. auch bei der Infrastruktur der SZ und deren Internetangebot http://www.sz-online.de/ gab es Totalausfälle und es sind jetzt oder waren nur Notseiten verfügbar.
Die Website www.dresden.de ist in erster Linie auch für uns, die Dresdner Einwohner, ein wichtiges Informationsmedium und mich interessiert es derzeit, entschuldige die Ausdrucksweise, einen Scheiss, was es da für Sportangebote in der Stadt gibt oder wo ich online mein Lagerfeuer an der Elbe anmelden kann.
Entscheidend ist für uns Dresdner, wo im Moment Hilfe benötigt wird, welche Stadtteile gerade evakuiert werden und wie hoch der Pegel der Elbe ist. Im Moment liegt er schon deutlich über allen Werten, die jemals hier in Dresden seit Beginn der Aufzeichnung im 19.Jhd gemessen wurden.

Nicht einmal http://www.newyork.com hat im September vorigen Jahres seine Inhalte temporär "unsichtbar" gemacht ...

Damals war der Server http://www.wtca.org/ betroffen, der sich im WTC befand und dort gab es genauso einen wochenlangen Totalausfall. Auch hier in Dresden war höhere Gewalt für den Ausfall von dresden.de verantwortlich und ich bin heilfroh, dass wir diese Notseite haben, auf der wirklich alle wichtigen Informationen stehen.

Darf man die Internetrepräsentation dieses "Kulturerbes" wegen aktueller Katastrophensituation dem Internet entziehen?

Frage das Hochwasser, es war kein Mensch, der diese Website "vom Netz genommen" hat.
Vor genau diesem Hochwasser mußten in der letzten Nacht zahlreiche Hilfskräfte die Semperoper, den Zwinger und viele weitere weltberühmte Bauten in der Dresdner Innenstadt aufgeben und ihrem Schicksal überlassen. Zur Stunde werden hier alle (!) Elbbrücken für den zivilen Verkehr gesperrt, der ÖPNV wurde ohnehin schon vor vielen Stunden komplett eingestellt, nachdem er seit Anfang der Woche völlig chaotisch verlief. Welche Folgen solche Massnahmen in einer Stadt mit einer halben Million Menschen nach sich ziehen, kann sich niemand erahnen, der nicht hier ist.

Aber das Internet ist eine Kommunikationsplattform. Darf man dieser weltweit gültigen Adresse "Dresden.de" ihre teilweise durch Jahrhunderte hindurch legitimierten essentiellen Informationen aufgrund eines noch so katastrophalen augenblicklichen Geschehens temporär entziehen?

Da du die Hintergründe nicht kanntest, halte ich dein Anliegen für berechtigt. Nachdem ich ja jetzt einiges geschrieben habe, sollte klar sein, dass wir uns hier in Dresden gegenwärtig über alles freuen, was irgendwie einigermassen funktioniert und wenn am Ende nur noch die Höhe des Pegels auf dresden.de stehen sollte, es ist besser als nichts.

Jetzt werde ich mich nach draussen begeben und obwohl ich kilometerweit von der Elbe entfernt wohne, wird es sicher ganz in der Nähe eine Stelle geben, wo Sandsäcke gefüllt oder verbaut werden. Hoffentlich ist es über Nacht gelungen, neue Sandsäcke ranzuschaffen, die sind hier Mangelware. Da werden die Einkaufstüten und -beutel aus den örtlichen Supermärkten genauso mit Sand gefüllt wie die Beutel für den grünen Punkt oder sonstige sackförmige Behältnisse.

An dieser Stelle wünsche ich auch den Gemeinden elbabwärts bis nach Naumburg (dort endet die sehr kritische Region, danach sollte es nicht mehr zu schlimm werden) viel, viel Glück wünschen. Die Dresdner wissen, was noch auf euch zukommt und wir hoffen, dass ihr genügend Zeit habt, euch darauf vorzubereiten.