Inwieweit bist du denn von der Flut betroffen ?
In unmittelbarer Nähe das Krankenhaus ist gestern Nacht vollständig evakuiert wurden, ich habe derzeit keine Möglichkeit, den ÖPNV zu nutzen, sofern er überhaupt noch in Betrieb ist und kann mein Stadtviertel nur über Straßen verlassen, die nicht Richtung Elbe führen und auch nicht Unterführungen (unter Eisenbahnbrücken) haben, weil die stehen schon alle unter Wasser. Sämtliche Elbbrücken sind für Zivilisten gesperrt, was sehr dramatisch ist, da nicht wenige für mich wichtige Bereiche und auch die komplette Innenstadt auf der anderen Elbseite liegen. Ausserdem natürlich permanent Sirenengeheul oder Geräusche von Hubschraubern, Transall-Maschinen oder Tornados, aber das hört man schon langsam überhaupt nicht mehr. Zivile Fahrzeuge sind hier nur sehr vereinzelt unterwegs, meist klemmt da ein Schild hinter der Frontscheibe mit der Aufschrift "Sand" o.ä., d.h. sie fahren unentwegt Sandsäcke zu den hunderte von Dämmen in den Straßen, die mittlerweile errichtet wurden.
Steht dein Haus/Wohnung auch schon unter Wasser.
Nein, es ist auch mehr als unwahrscheinlich, da der Stadtteil hier auf einer Art Hügel oder zumindest so hoch über dem Elbpegel liegt, dass keine akute Gefahr besteht.
Strom und Telefon scheinen ja noch zu funktionieren.
Hier ja, aber ich weiß sicher, dass es zehntausende Menschen in Dresden gibt, wo es nicht so ist oder die gar ihre Wohnungen/Häuser verlassen mußten. Erst heute habe ich es selbst im benachbarten Stadtteil erlebt, wie Polizeikräfte durch die Straßen mit Lautsprecherwagen fuhren und die umgehende Zwangsevakuierung der Einwohner ankündigten.
Wie du siehst, für mich selbst besteht hier keine Gefahr, weder für Leib und Leben, noch für mein Hab und Gut. Aber es ist unsere Stadt, die da untergeht und ich lebe nicht nur hier, weil meine Wohnung zufällig hier ist, sondern weil ich diese Stadt liebe. Warum genau, kann ich nicht sagen, aber ich sehe es als Bürgerpflicht an, in dieser Situation zu helfen, so gut es nur irgendwie geht. Bis eben war ich wieder Sandsäcke füllen und Dämme erhöhen, jetzt kurze Pause und dann geht es auch schon weiter, vermutlich wieder bis tief in die Nacht hinein.
Bitte versteht meine Postings nicht als Panikmache, sie spiegeln lediglich die Realität in einer deutschen Großstadt wieder, der im Moment hunderttausende Menschen ausgeliefert sind.