Hi Raik,
ich sehe zur zeit keinen qualitativen unterschied mehr zwischen der wahl hier und der in der ddr zwischen sed und deren scheinselbständigen blockparteien. es ist nicht wirklich eine wahl, nur ein grosses theater.
Das ist wirklich oberflächlich. Wie kommst Du zu dieser Überzeugung? Ich glaube, es fällt Dir einfach schwer, zwei Dinge zu akzeptieren:
1. Jeder kann eine Partei gründen und zur Wahl antreten. Dadurch gibt es bei jeder Wahl ein großes Spektrum an Parteien. Aber die Wähler wählen trotz allen Unbehagens weiter die großen Volksparteien, und dies aus freiem Entschluss. Auch wenn Dir diese Entscheidung nicht gefällt, ist genau das Demokratie.
2. Es gibt eine echte Konkurrenz zwischen Parteien und Kandidaten, die Bevölkerung kann 2006 Schröder abwählen, die Zusammensetzung der Koalition verändern oder ihn im Amt bestätigen. Wo gab es Vergleichbares in der DDR?
eben. meine überlegungen setzen ganz unten an, bei der dauerhaften sicherung der grundbedürfnisse.
Auch hier gibt es ein Missverständnis: Ja, die Arbeitslosigkeit und die Bildungsmisere sind ernste Probleme. Ja, auch ich finde die herrschende Politik inakzeptabel.
Aber die Politik kann die Grundbedürfnisse der Menschen nicht einfach durch Beschlüsse sichern. Sie kann der Marktwirtschaft Rahmenbedingungen setzen und einen Teil der Einnahmen als Sozialleistung wieder auszahlen oder das Geld für andere Dinge verwenden. Die Versorgungsmentalität vieler Bürger ist aber inzwischen ein echtes Problem geworden.
schade. gerade dazu würde ich gern in der diskussion mit anderen dazulernen und auch dieses wissen weiter verbreiten.
Es ist ein Fehlglaube in irgendeinem gesellschaftlichen Bereich durch eine einzige Maßnahme alle Probleme lösen zu wollen, auch in der Geldpolitik.
Viele Grüße
Mathias Bigge