Hallo, Mathias!
ich sehe zur zeit keinen qualitativen unterschied mehr zwischen der wahl hier und der in der ddr zwischen sed und deren scheinselbständigen blockparteien. es ist nicht wirklich eine wahl, nur ein grosses theater.
Das ist wirklich oberflächlich. Wie kommst Du zu dieser Überzeugung? Ich glaube, es fällt Dir einfach schwer, zwei Dinge zu akzeptieren:
- Jeder kann eine Partei gründen und zur Wahl antreten. Dadurch gibt es bei jeder Wahl ein großes Spektrum an Parteien.
das ist ungefähr so, wie zu sagen: "jeder kann es in amerika zum millionär bringen". du vergisst dabei, dass das monopoli-spiel schon eine weile läuft. wie gross sind deine chancen noch, wenn jemand schon die ganze schlossstrasse aufgekauft hat?
Aber die Wähler wählen trotz allen Unbehagens weiter die großen Volksparteien, und dies aus freiem Entschluss. Auch wenn Dir diese Entscheidung nicht gefällt, ist genau das Demokratie.
2. Es gibt eine echte Konkurrenz zwischen Parteien und Kandidaten, die Bevölkerung kann 2006 Schröder abwählen, die Zusammensetzung der Koalition verändern oder ihn im Amt bestätigen. Wo gab es Vergleichbares in der DDR?
nein, die bevölkerung kann die spd abwählen, nicht schröder. und sie hat auch keinen einfluss darauf, welche parteien sich letzten endes zusammenraufen und die regierung bilden. das alles bleibt nach der wahl sache der parteien und (sein wir mal ehrlich) ihrer führenden köpfe.
selbst, wenn ich jetzt in die politik ginge, würde ich wohl wegen des von dir erwähnten widerwillens der parteimitglieder gegen veränderungen auf jeder ebene von komunal über regional und länderebene bis zum bund so lange brauchen, um die mehrheiten für mich zu gewinnen, dass schröder und co längst im ruhestand sind, wenn nicht sogar schon tot.
eben. meine überlegungen setzen ganz unten an, bei der dauerhaften sicherung der grundbedürfnisse.
Auch hier gibt es ein Missverständnis: Ja, die Arbeitslosigkeit und die Bildungsmisere sind ernste Probleme. Ja, auch ich finde die herrschende Politik inakzeptabel.Aber die Politik kann die Grundbedürfnisse der Menschen nicht einfach durch Beschlüsse sichern. Sie kann der Marktwirtschaft Rahmenbedingungen setzen und einen Teil der Einnahmen als Sozialleistung wieder auszahlen oder das Geld für andere Dinge verwenden. Die Versorgungsmentalität vieler Bürger ist aber inzwischen ein echtes Problem geworden.
zu diesen rahmenbedingungen gehören halt auch die kosten für die schaffung neuer arbeitsplätze und zur unternehmenserweiterung, die zinsen. und die sind ein nicht zu unterschätzender faktor.
und auch, wenn ich dir zustimmen muss, das es viele gibt, die sich versorgen lassen wollen, sehe ich die grösseren probleme in der zinsbedingten staatsverschuldung und den wachsenden ansprüchen das kapitalbesitzer auf teile des BSP.
wenn leute sagen, sie wollen garnicht mehr arbeiten und sich nur noch vom staat aushalten lassen, dann muss man fairer weise aber auch erwähnen, dass garnicht mehr so viel arbeit da ist, um allen eine 35std.-woche zu geben.
schade. gerade dazu würde ich gern in der diskussion mit anderen dazulernen und auch dieses wissen weiter verbreiten.
Es ist ein Fehlglaube in irgendeinem gesellschaftlichen Bereich durch eine einzige Maßnahme alle Probleme lösen zu wollen, auch in der Geldpolitik.
nein, ich will nicht alle probleme mit einem schlag lösen, ich sehe nur an dieser stelle ein sehr grosses, mit dessen lösung sich auch viele andere, kleinere probleme lösen oder zumindest entschärfen lassen würden und ich will auch garnicht leugnen, dass dabei wieder andere probleme entstehen werden. wie schwer die wiegen, muss man dann aber erst mal herausfinden.
und wie gesagt, das modell, von dem ich rede, das gab es in der geschichte schon und es hat sich damals bewährt. und warum es das heute nicht mehr tun sollte, hat mir bis jetzt keiner begründen können.
freundl. Grüsse aus Berlin, Raik