Hi Raik,
- Jeder kann eine Partei gründen und zur Wahl antreten.
das ist ungefähr so, wie zu sagen: "jeder kann es in amerika zum millionär bringen".
Es ist schwer, eine neue Partei aufzubauen, aber ich habe am Gründungsprozess der Grünen teilgenommen und erlebt, dass es durchaus möglich ist, wenn es Bedarf nach einer Richtung und aktive Organisatoren gibt.
Anders gesagt: Wenn es wirklich eine große Bevölkerungsgruppe gäbe, die der breite Konsens vereint, dass die aktuelle Wirtschaftspolitik falsch ist, würde sich sowas entwickeln. Ich halte es für möglich, dass sich etwa aus der "Wahlalternative" entwickelt, eine Partei, die sozial engagierte Bewegungen aus ganz unterschiedlichen politischen Richtungen zusammenführt.
- Es gibt eine echte Konkurrenz zwischen Parteien und Kandidaten, die Bevölkerung kann 2006 Schröder abwählen, die Zusammensetzung der Koalition verändern oder ihn im Amt bestätigen. Wo gab es Vergleichbares in der DDR?
nein, die bevölkerung kann die spd abwählen, nicht schröder. und sie hat auch keinen einfluss darauf, welche parteien sich letzten endes zusammenraufen und die regierung bilden. das alles bleibt nach der wahl sache der parteien und (sein wir mal ehrlich) ihrer führenden köpfe.
Mit der SPD würde auch Schröder abgewählt. Es gibt aber auch Ansätze, den Einfluss der Wähler etwa auf die Personallisten der Parteien zu erhöhen, etwa im kommunalen Bereich. In den Kommunen einiger Bundesländer ist es auch möglich, eine Person zum Bürgermeister zu wählen und nicht seine Partei.
selbst, wenn ich jetzt in die politik ginge
Die Regel, dass es schwer ist, etwas an bestehenden Strukturen zu verändern, gilt nicht nur für die Politik. Das ist auch nicht ohne weiteres änderbar.
Aber die Politik kann die Grundbedürfnisse der Menschen nicht einfach durch Beschlüsse sichern.
zu diesen rahmenbedingungen gehören halt auch die kosten für die schaffung neuer arbeitsplätze und zur unternehmenserweiterung, die zinsen. und die sind ein nicht zu unterschätzender faktor.
Die Bundesregierung hat keinen direkten Einfluss auf die Zinsen und ich finde das durchuas positiv. Indirekt natürlich schon, etwa durch die hohen Schulden, die in der Vergangenheit aufgehäuft wurden, oder durch personellen Einfluss.
und auch, wenn ich dir zustimmen muss, das es viele gibt, die sich versorgen lassen wollen, sehe ich die grösseren probleme in der zinsbedingten staatsverschuldung und den wachsenden ansprüchen das kapitalbesitzer auf teile des BSP.
Ja, Du hast Deine Hoffnung auf die Veränderung des weltweiten Zinssystems gelegt. Das dürfte ein schwieriger Ansatz sein.
wenn leute sagen, sie wollen garnicht mehr arbeiten und sich nur noch vom staat aushalten lassen, dann muss man fairer weise aber auch erwähnen, dass garnicht mehr so viel arbeit da ist, um allen eine 35std.-woche zu geben.
Das ist richtig. Aber eine Arbeitszeitverkürzung fände ich richtig.
und wie gesagt, das modell, von dem ich rede, das gab es in der geschichte schon und es hat sich damals bewährt. und warum es das heute nicht mehr tun sollte, hat mir bis jetzt keiner begründen können.
Weil Deine Ausführungen zur Geschichte ungenau und oberflächlich waren, habe ich mich da herausgehalten.
Einige Diskussionsansätze:
Karl Marx: http://www.thur.de/home/annette/zins.htm
Nationalsozialismus ("Zinsknechtschaft"):
http://lexikon.idgr.de/z/z_i/zinsknechtschaft/zinsknechtschaft.php
http://www.inidia.de/ns-propaganda.htm
http://library.fes.de/library/netzquelle/rechtsextremismus/quelle27.html
Gläubige Zins"theoretiker":
http://www.goldseiten.de/buch/zinsknechtschaft.htm
http://www.politikarena.de/showthread.php?t=1400&page=1&pp=10
Kritik an der Verschwörungstheorie:
http://www.terz.org/texte/texte_01_04/zinsknechtschaft.htm
http://www.terz.org/texte/texte_01_04/attac.htm
Debatte:
http://www.nadeshda.org/foren/cl.politik.agenda21/p68s81a20.html
Viele Grüße
Mathias Bigge