Hallo Anonymous,
Kinder gehören zum Familienstand.
Zu meinem Familienstand nicht, ich wüsste auch nicht, zu welchem sie gehören sollten; sie kommen prinzipiell unabhängig vom Familienstand der Eltern vor, werden aber, da gebe ich dir Recht "ledig" geboren. Der Ausdruck "lediges Kind", der in grauer Vorzeit mal zur Differenzierung von ehelichen Kindern benutzt wurde und sich auf den Familienstand der Mutter bezog, war immer schon menschenverachtend.
Eine Firma hat das aber auch nicht zu interessieren, ob man Kinder hat.
Sehe ich anders. Eine Firma sollte soziales Verhalten im Interesse der Gesellschaft honorieren.
Nein, sie sollte zuerst einmal zusehen, dass soziales Verhalten ihrer Mitarbeiter nicht zu Benachteiligungen führt. Was hat ein Familienvater davon, dass er aufgrund der Tatsache, dass er nach Tarifvertrag höher entlohnt werden muss als ein ebenso leistungsfähiger alleinstehender Mitarbeiter, gar nicht erst engestellt wird?
Was hat eine alleinstehende berufstätige Mutter davon, dass sie zwar nach BAT einen Ortszuschlag für ihr Kind erhält, diesen aber nach Steuerklasse 1 versteuern muss?
Was hat der Betrieb davon, dass er ihr mehr Geld zahlt, sie aber in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist, weil die Kinderbetreuung nur unzureichend geregelt ist?
Also wenn eine Firma sich sozial engagieren will, wogegen ich überhaupt nichts habe, dann bitteschön nicht in der Form, dass sie eine Kuppel-, Zeugungs- oder Gebärprämie zahlt, sondern dadurch, dass sie einen Betriebskindergarten einrichtet. Das ist auch aus betriebswirtschaftlichen Erwägungen deutlich sinnvoller.
Es ist schon paradox, warum ausgerechnet den Parteien, die hier an alten Zöpfen hängen, immer noch die höhere wirtschaftliche Kompetenz zugesprochen wird.
Gruß Gernot